Erzähltes Leben

Wer hier fremd ist, wird gegessen!

Nicht erst seit der Glo­ba­li­sie­rung brin­gen Men­schen Tiere und Pflan­zen in ­völ­lig neue Lebens­räume. Ohne natür­li­che ­Feinde gedei­hen man­che von ihnen über die Maßen gut – zu Las­ten ein­hei­mi­scher ­Arten. In Groß­bri­tan­nien ver­sucht man, sich die­ses Pro­blems mit einer ein­fa­chen Maß­nahme zu erweh­ren: Man isst die Frem­den ein­fach auf.

Auf_der_Pirsch

Auf der Pirsch nach dem Chi­ne­si­schen Muntjak-Hirsch

Ein Grau­hörn­chen sitzt vor mei­ner Ter­ras­sen­tür und starrt mich durch die Scheibe an. Es sitzt da, weil es ebenso wie eine ganze Bande ande­rer Nager her­aus­ge­fun­den hat, dass ich mich leicht erwei­chen lasse und es füt­tere. Wie die Hörn­chen in den Lon­do­ner Parks, die Tou­ris­ten dadurch beglü­cken, dass sie ihnen aus der Hand fres­sen, haben meine Hörn­chen erkannt, dass sie sich nicht groß anstren­gen müs­sen, um an eine Mahl­zeit zu kom­men. Was sie nicht wis­sen, ist, dass ihr Auf­tau­chen ihren freund­li­chen Wohl­tä­ter in ein mora­li­sches Dilemma stürzt.
Grau­hörn­chen (wis­sen­schaftl. Sci­urus caro­li­nen­sis) sind eine ein­ge­wan­derte Tier­art und haben, so ist von vie­len Sei­ten zu hören, die Popu­la­tion des hei­mi­schen Eich­hörn­chens (Sci­urus vul­ga­ris) fast voll­stän­dig aus­ge­löscht. Schenkt man der erz­po­pu­lis­ti­schen Daily Mail Glau­ben, so ist über­haupt das gesamte Ver­ei­nigte König­reich durch Inva­so­ren bedroht: ille­gale Ein­wan­de­rer, Zigeu­ner, Tiere. Alles Schnor­rer. Wie nun genau das Hörn­chen in diese Reihe passt, erklärt sich sowohl aus der spe­zi­el­len Hal­tung der Bri­ten gegen­über Tie­ren als auch dem bri­ti­schen Ver­ständ­nis von Aus­land. Das bri­ti­sche Minis­te­rium für Umwelt, Ernäh­rung und Land­wirt­schaft, Defra, jeden­falls schätzt den Scha­den für Groß­bri­tan­nien durch soge­nannte inva­sive Arten auf rund 1,7 Mil­li­ar­den Pfund (etwas über 2 Mil­li­ar­den Euro). Dank einer unge­wöhn­li­chen Idee, die den neu­ent­deck­ten bri­ti­schen Appe­tit stillt und einen kaum ver­hoh­le­nen Patrio­tis­mus befrie­digt, könnte es den Schäd­lin­gen nun an der Kra­gen gehen. Wir könn­ten sie ein­fach essen.
Das Hörn­chen starrt noch immer. Ich muss weg­se­hen.
(wei­ter­le­sen …)


Ein Teller von Andoni Luis Aduriz: Essbare Steine

Aduriz, 2012 mit dem Internationalen Eckart Witzigmann Preis ausgezeichnet, sagt: »Mugaritz ist kein Futtertrog, vielleicht ist es nicht einmal ein Restaurant.« Er ist konsequent in dieser Haltung, was ihm am Anfang einige schwere Jahre bescherte. Aber man kann eben nicht ein bisschen Kunst machen und ein bisschen Futtertrog. Man muss sich schon mit Haut und Haar da reinwerfen

Ton Janssen, Der Herr der Strauchtomaten

Hinter dem Niemandsland, in dem sich die Ödnis des Ruhrgebiets in pittoreske Industrieruinen auflöst, liegt Venlo. Nach fünf Stunden Bahnfahrt stehe ich vor dem Bahnhof, versuche ein niederländisches Netz zu bekommen und Ton Janssen zu erreichen. Der ist Tomatenzüchter und wir sind hier verabredet, weil ich mir mal ansehen möchte, wie so ein holländischer Tomatenzüchter nach Abzug aller Vor­urteile ist.

Effilee 25# Mal wieder richtig einen einschenken

Was trinkt die Welt und warum? Dieser Frage sind wir auf den Grund gegangen und zwar nicht zu knapp. Wir wünschen auch Ihnen viel Spaß bei unserem sommerlichen Zug durch die Gemeinde …

Ostergewinnspiel: Die Gewinner

Eieiei... kaum ist Ostern vorbei steht schon wieder Weihnachten vor der Tür. Doch zuerst küren wir die Gewinner des Ostergewinnspiels. Sie haben gekocht und wir haben gestaunt. Hier finden Sie die Gewinnerrezepte.

Da gift dat wat!

Bartender, Mixologe oder Barkeeper – Eyck Thormann sind diese Begrifflichkeiten einerlei. Für sich wählt der gebürtige Ostwestfale schlicht die Bezeichnung „Barkeeper“ und fährt verdammt gut damit.

Riesling-Challenge 2013

Alles begann mit einer Idee und endete im Wein: ENO WorldWine und Effilee riefen Winzer auf ihre besten 2011er Rieslinge zum Wettbewerb einzuschicken. Nun folgt das Ergebnis.

Ostergewinnspiel

Eieiei... kaum ist Weihnachten vorbei, steht schon wieder Ostern vor der Tür. Höchste Zeit für ein paar neue Magenmassaker: knusprige Lammkeule, weicher Hefezopf und feine Pralinen. Aber wer möchte schon auf solche Herrlichkeiten verzichten? Wir jedenfalls nicht...

Neu aufgelegt: Rezepte-App

Einkaufszettel zu Hause vergessen? Wie ging noch mal dieses grandiose Rezept aus der Effilee #17? Unsere App folgt Ihnen auf Schritt und Tritt und hilft schnell, unkompliziert und kostenlos.

Hallo?! Jemand zu Hause?

Ein großer Teil der Menschheit fühlt sich in Zügen, Flugzeugen und Automobilen durchaus wohl und nimmt allerlei Unwägbarkeiten und Risiken in Kauf, um sich in der Welt umzusehen. Ist Unterwegssein vielleicht der Normalfall?

Lygre Livsgard, Norwegen Geitost

Ob beim Käse oder sonst im Leben, wie viel leich­ter täten wir uns oft ohne Erwar­tun­gen. Das denke ich seit frü­hes­ter Kind­heit: Weih­nach­ten, Wunsch­zet­tel, Geschenke unterm Tan­nen­baum, abends im Bett Trä­nen und erst im Lauf der fol­gen­den Tage lang­sa­mes Ver­söh­nen mit der Wirk­lich­keit. Wie viel ver­gnüg­li­cher ist das Gegen­teil: Der Wet­ter­be­richt war mies, dann scheint [...]

Penfolds Grange 2004

Text: Vijay Sapre Foto: Andrea Thode Drah­tig, schlank, mit einem schwarz-weiß karier­ten Jackett erscheint Peter Gago zum Ter­min. Er sieht aus wie Lou Reed in den 90er-Jahren. Der Wine­maker von Pen­folds ist auf Welt­tour – ges­tern Köln, mor­gen Frank­furt, am Wochen­ende Los Ange­les. Der Jet­lag nagt, aber er lässt sich kaum etwas anmer­ken. Spä­ter wird es [...]

Der Lebkuchenmann

Die Geschichte von Arthur war ursprünglich eine Weihnachtsgeschichte. Fast so unglaubwürdig wie eine Wandersage über Mitmenschlichkeit, spontane Hilfsbereitschaft, Fürsorglichkeit und süße Lebkuchen. Doch Geschichten verwandeln sich im Laufe des eigenen Lebens. Die wahre Geschichte über den Lebkuchenmann aus meiner Kindheit erfuhr ich erst, als ich erwachsen war

Kitchen Guerilla: Braukunst — alles andere als Mainstream

Bereits vor zwei Jahren bewies die Kitchen Guerilla in unserer Redaktionsküche, was eine Küchenschlacht wirklich bedeutet. Gestern erhoben sie erneut zum liebsten Gesöff der Deutschen, dem Bier, ihre grandiosen Kochgabeln.

Kann denn Wein natürlich sein?

Eine kleine Gruppe von Weinliebhabern fordert, die Trauben wieder ausschließlich mit der Weisheit und nach den Methoden unserer Großväter zu verarbeiten. Wissen die ­Enkel wirklich, wovon sie da reden?

Hauptsache satt?

Hunderte neuer Schulmensen entstehen seit einigen Jahren in Deutschland. Leider kein Grund zum Jubeln, denn die Chance, die Kinder gut und gesund zu verpflegen oder gar einen Grundstein in der Ernährungserziehung zu legen, wird selten genutzt. Warum, warum nur ist das so schwer?

Effilee 24#, Das beste Fleisch der Welt

In den vergangenen Wochen haben wir viel gegessen, getrunken und gelernt. Was für ein Glück, dass wir Leser haben, denen wir davon erzählen können

In 80 Euro um die Welt

Schon seit Menschengedenken hat Europa den Rest der Welt kolonisiert. Und selbst heute existieren noch Kolonien. Aber am einfachsten kommt man an die Rohstoffe fremder Länder, indem man dem örtlichen Supermarkt einen Besuch abstattet

Weltweit essen: China

Zhiping Song lebt in Shanghai. Die Küche ihrer Heimatstadt ist von Einflüssen aus vielen Ländern geprägt, da die Hafenstadt schon immer in regem Kontakt mit dem Rest der Welt stand. Man geht großzügig mit Sojasauce um und kocht weniger scharf als in vielen anderen Regionen Chinas.

Deutscher Riesling-Challenge

Effilee und ENO WorldWine suchen Deutschlands beste Rieslinge
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