Deutschstunde

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Linsen mit Spätzle

Für das mit Essig leicht säuerlich abgeschmeckte Linsengemüse werden meist hellbraune Tellerlinsen verwendet. Die sechs bis sieben Millimeter großen Linsen hießen bis in die Sechzigerjahre Hellerlinsen, benannt nach einer alten deutschen Kupfermünze – die Umbenennung war wahrscheinlich ein Übertragungsfehler. Wie dagegen die ursprünglich in Ägypten und Palästina beheimatete Linse überhaupt zum schwäbischen Nationalgericht wurde, lässt […]

Rezept für Gaisburger Marsch

Eines der vielen (falschen!) Vorurteile, denen man als Schwabe ausgesetzt ist, betrifft die Sparsamkeit, die vom Rest der Republik oftmals als Geiz ausgelegt wird. Dem gilt es zu widersprechen, denn der Schwabe ist nicht geizig, der Schwabe ist preisbewusst! Ich kenn mich aus, ich bin da aufgewachsen. Im Ländle legt man zudem Wert auf die […]

Eier in Senfsauce (Senfeier)

Senf-Eier sind einer jener deutschen Küchenklassiker, die auf einer Béchamel basieren, einer mit Mehl gebundenen Sauce aus Butter, Brühe, Milch und hoffentlich wenigstens ein bisschen Sahne. Feingeister wenden sich mit Grausen ab, da hilft auch der gespreizte Accent aigu auf dem e nichts, die Béchamel ist deutsch, gerade wenn sie dann auch noch klassisch mit Lorbeer, Nelke, Muskat und Pfeffer gewürzt wird, was ihr insgesamt noch mehr Wumms verleiht.

Schlachtplatte

Das Schlachten als Fest stirbt mit dem Brauch der Hausschlachtung. Das Schlachtfest wurde aus der Notwendigkeit heraus geboren, möglichst rasch alles vom Tier zu verwenden: Da wurde die Leber für die Wurst gegart, die Füllung für die frische Blutwurst mit Speckwürfeln und Gewürzen angerührt, Fleischabschnitte im Wurstkessel gesotten … und später alles dampfend warm auf […]

Rezept für »Exotisches« Curryhuhn

Spätestens Mitte der Siebzigerjahre fand sich das Rezept flächendeckend in deutschen Haushalten, als indisches Curry oder Huhn Madras. Die Obstzugabe wurde immer schon sehr frei variiert, Ananas, Banane und Mandarine ganz weit vorn, gefolgt von Fruchtcocktail und Dosenpfirsich, beinahe immer aber auf Béchamel-Basis und mit Reis, Belegkirschen und Mandelstreu. In einer Ausgabe der ZEIT vom Juni 2009 (10.6.2009, Nr. 25) erzählt der jüngst verstorbene Wolfram Siebeck vom Leibgericht Klaus Kinskis, dem Huhn indisch, und folgert: »Die Wahl dieser Speise kennzeichnet einen Menschen, der sich sein Leben lang im Grenzgebiet zwischen Manie und Depression aufhielt.«

Blaue Zipfel

Als gehobenes Wirtshausessen zum strammen Biergenuss, wie als Leben erweckendes Katerfrühstück, zu dem zwingend ein weiteres Bier passt, werden die Nürnberger Rostbratwürste in der fränkischen und Oberpfälzer Küche unter dem Namen Blaue Zipfel oder Saure Zipfel angeboten. Das klingt erst mal wohl nicht für jeden verlockend, schmeckt aber zum Seufzen köstlich!

Herrn Paulsens Deutschstunde: Soljanka

Fakt ist, dass sich im Arbeiter- und Bauernstaat eine ganz eigene Küche entwickelt hatte, die zunehmend in Vergessenheit zu geraten droht. Angefangen mit Affenfett auf Brot über Tempolinsen und Topfenhalluschka gab es Einflüsse aus den Bruderstaaten Polen, Bulgarien, Ungarn, Kuba und der ehemaligen Sowjetunion.

Hochzeitssuppe

Schlösser, Schiffe, Großfeuerwerke, ja, ganze Swingorchester werden gebucht, doch glasige Augen bekommt so manches junge Glück erst, wenn große Schüsseln dampfender Hochzeitssuppe hereingetragen werden.

Herrn Paulsens Deutschstunde: Linsensuppe

Bei der Linse zählen hauptsächlich die inneren Werte, nicht der große Auftritt. Dennoch lieben sie Menschen auf der ganzen Welt. Das verdanken die flachrunden Samen vor allem ihrer Genügsamkeit

Herrn Paulsens Deutschstunde: Maultaschen

Seit frühester Kindheit kennt und schätzt der Schwabe die perfekte Maultasche – und die ist hausgemacht: Feinweiß und hauchdünn umkräuselt frischer Nudelteig eine Füllung aus Hackfleisch, Kalbsbrät und gehacktem Spinat.

Errötendes Mädchen

Eine beinahe schon vergessene, klassische Nachspeise aus Norddeutschland, eine Kindheitserinnerung in Zartrosa ist Errötendes Mädchen. Diese Buttermilchspeise zog uns Kinder farblich durchaus an, sie wabbelte und schwabbelte auch ganz vorzüglich in der Schüssel

Rinderrouladen

Rinderrouladen Für 6 Rouladen 4 Zwiebeln 6 Rouladen à 200 g, aus der Oberschale geschnitten 6 EL grober Senf 12 Streifen durchwachsener Speck 6 Essiggurken-Viertel 6 Zweige Majoran 1 EL Butterschmalz 1 EL Tomatenmark 1 TL Kümmelsamen 1 EL Zucker 150 ml trockener Weißwein 800 ml Rinderbrühe 6 Wacholderkörner 2 Lorbeerblätter 1 EL getrocknete Steinpilze […]

Herrn Paulsens Deutschstunde: Kässpätzle

Handschabung war in Schwaben schon immer Ehrensache. An jeder Küchenwand hing das klassische Spätzle­brett aus Holz mit abgeflachter Schnittkante und langem Griff und daneben das Spätzlemesser, mit dem der Teig streifenfein direkt ins Kochwasser geschabt wurde.