Getrunkene Flasche

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Im Wein mag Wahrheit liegen, aber die Wahrheit über den Wein (oder auch andere Getränke) erkennt nur, wer ihn trinkt. In diesen Geschichten geht es um den ganz persönlichen Zugang, eher nicht um aromatische Analysen.

Romanée Conti 1966

Einer sagte: Es gebe da diese Flasche, ein Erbstück wohl, immer gut gelagert, und die Erben wüssten nicht so recht, etwas damit anzufangen. Kein echtes Schnäppchen, man müsse schon einen reellen Preis bieten, aber auch nicht überteuert, und man wisse ja nicht, wann man so etwas wieder bekomme. All die guten Argumente also, die man braucht, um viel mehr auszugeben, als man sich vorgenommen hatte, jemals für eine Flasche Wein zu bezahlen. Aber das hat Romanée Conti so an sich: Schon 1760, als der Prinz von Conti diese Parzelle im Herzen des Burgund erwarb, bezahlte er in etwa das Zehnfache dessen, was andere Weingüter der Gegend kosteten.

Getrunkene Flasche: Gut Oggau, Mechthild 2009

Die Atmosphäre, die an diesem Nachmittag im Herbst über Oggau liegt, ist eine Mischung aus High Noon und schwäbischer Vorstadt: Die Sonne brennt, es ist menschenleer, aber darüber hinaus ist auf den geteerten Straßen auch kein Stäubchen zu finden. Ausgerechnet hier soll eines der abgefahrensten Weingüter Österreichs residieren?

Averna

Mit einer gekonnten Mischung aus sizilianischen Zutaten, die seit der Entwicklung ein wohlbehütetes Geheimnis sind, eröffnet jeder Schluck Averna den bunten Geschmack Siziliens und spiegelt die wahre Lebendigkeit seiner Heimatinsel Sizilien wider.

Penfolds Grange 2004

Text: Vijay Sapre Foto: Andrea Thode Drahtig, schlank, mit einem schwarz-weiß karierten Jackett erscheint Peter Gago zum Termin. Er sieht aus […]