Soleier

Soleier waren besonders in der Berliner Kneipenszene bekannt und als vorbeugender Katersnack beliebt. Oben auf dem sogenannten Hungerturm (Vitrine mit Frikadellen und belegten Brötchen) stand stets ein Glas des damals beliebten Eis. Heute sind sowohl die Soleier als auch der Hungerturm selbst in den Eckkneipen so gut wie ausgestorben.

Angeknackst

Bevor die hartgekochten Eier in ein Glas gegeben werden, wird die Schale leicht angeknackst, sodass die Aromen des anschließend darübergegossenen Suds aus Wasser, Salz und ausgewählten Gewürzen wie Kümmel und Piment in das Ei ziehen können.

Noch gut?

Die eingelegten Eier fühlen sich in ihrem Gehege recht wohl. Umgeben von einer Kochsalzlösung bleiben die runden Dinger nach einer Ziehzeit von zwei Tagen noch bis zu fünf Tage genießbar. Doch je länger sie in der Sole verweilen, desto salziger werden sie. Also ist die Haltbarkeit zum Teil auch eine Geschmacksfrage.

Perfekte Lake

Die einen mögen die Soleier lieber klassisch eingelegt, die anderen bevorzugen die scharfe Ei-Variante. Wenn Sie der Salzlake frische rote Chili hinzufügen, bekommen die weißen Kugeln eine pikante Schärfe, die vom leicht säuerlichen Geschmack ein wenig ablenkt.

Soleier

Für 4 Portionen
  • 4 Bio-Eier
  • 3 Schalotten
  • 20 g Zucker
  • 30 g Salz
  • ½ EL Kümmel
  • 1 EL Senfsaat
  • ½ EL schwarze Pfefferkörner
  • 2 Pimentkörner
  • 2 Lorbeerblatt
  • 200 ml Weißweinessig
  • 50 g Petersilie
  • 600 ml Wasser mit den klein geschnittenen Schalotten, Zucker, Salz, Gewürzen und Essig einmal aufkochen und den Gewürzsud 10 Minuten köcheln lassen. Sud abkühlen lassen.
  • In der Zwischenzeit die Eier 10 Minuten hartkochen, abschrecken und von der Schale befreien.
  • Die Petersilie waschen. Kräuter und Eier in ein ausreichend großes Weckglas schichten. Mit dem abgekühlten Sud übergießen. Die Eier in der Lake 48 Stunden durchziehen lassen.
2 Kommentare

Beteilige dich an der Unterhaltung

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Aus Effilee #26, Herbst 2013
«
»