Lobio (Georgisches Bohnengericht)

Das Erste, was mir in den Kopf springt, wenn ich an meine Oma denke, ist ein großer Topf mit gefrorenem Wasser! Ich bin in Russland zur Welt gekommen, da war das Wasser oft von schlechter Qualität. Durch das Einfrieren hat sich der Dreck in der Mitte gesammelt. Wir haben in einer Kollektiv­wohnung gelebt, mehrere Familien teilten sich dort eine Küche. Es wurde gemeinsam gekocht, gerade bei ­Speisen wie Pelmeni, die viele Hände brauchen, war das nicht nur praktisch, sondern auch immer ein gemeinschaftliches Erlebnis, bei dem gesungen, getratscht und gelacht wurde. Als Kind war ich dafür zuständig, nach dem Essen das Geschirr zurück in die Küche zu bringen – nicht immer gerne, aber jeder hatte seine Aufgabe. Mein kleiner Bruder wurde immer dazugerufen, um zu testen, ob die Nudeln schon fertig seien. »Noch eine Minute!«, hat er jedes Mal gesagt

Daria, Fotojournalistin, geboren 1997: Was uns durch unsere ganz Kindheit begleitet hat, war ­Lobio. Eine Bohnenpaste mit Knoblauch und Koriander, von der es in der georgischen Küche tausend Abwandlungen gibt.

Lobio

Rezept von Rima Pavlovna, geboren 1933
  • 1 Handvoll Walnusskerne
  • 2 Zwiebeln, gehackt
  • 3 Knoblauchzehen, gehackt
  • Olivenöl zum Braten
  • 1 Dose Kidneybohnen, gut abgespült
  • ½ Bund Koriandergrün
  • 1 TL Chmeli-Suneli (geor­gische Gewürzmischung)
  • Salz, Pfeffer, Chili und Essig zum Abschmecken
  • 1. Walnüsse ohne Öl rösten, Zwiebeln und Knoblauch in Öl hell anschwitzen und beides zusammen mit den Gewürzen im Mixer zerkleinern. Die Bohnen kurz aufkochen, beim Abgießen etwas Kochwasser aufbewahren, und grob zerstampfen.
  • 2. Mit der Nussmischung verrühren, bei Bedarf etwas Bohnenwasser zugeben und abschmecken. Koriander hacken und darüberstreuen. Zu Brot, als Beilage oder als Basis für eine kräftige Suppe. Schmeckt warm und kalt.

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Aus Effilee #57, Sommer 2021
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