Kleiner Vogel mit Sirup

Oma hat den ganzen Tag gearbeitet. Oma hatte die Hosen an. Opa war nett. Unverbogen, ein bisschen so wie ich. Sie haben fürsorglich miteinander gelebt. Opa hat morgens um fünf die Schuhe geputzt und Kaffee gekocht; pünktlich um acht Uhr abends sind sie zusammen ins Etagenbett gegangen. Sehr gut kochen konnte sie und Wurst machen, denn sie war vor der ­Heirat in Stellung gewesen. Wir waren geflüchtet und arm und erfinderisch. An besonderen Tagen für uns Kinder haben wir Kreude gekocht. Einen Sirup aus Rüben, der aufs Brot kam. Es gab auch viel Backobst und Kompott, das ich nicht mochte, weil es durch die Kartoffelstärke so schlemperig wurde. Meine Schwester Christel hat sich eher an den Würmern in den Pflaumen und Himbeeren gestört

Mit meinem ersten Luftgewehr durfte ich bei der Förstersfrau Spatzen schießen. Die gab es in Überzahl und sie stahlen das Korn. Ich hatte meine Freude, bekam einen Groschen dafür, und sie hat sie gegessen. Einmal wollte ich wissen, wie sie schmecken, Oma hat sie mit schwarzer Sauce gebraten – sie schmeckten köstlich – so ähnlich wie Huhn.

Kleiner Vogel mit Sirup

  • 1 Wachtel
  • 2 EL Butter
  • 1 rote Zwiebel, gewürfelt
  • 2 EL Zuckerrübensirup
  • 50 ml Balsamico
  • 200 ml Rotwein
  • 2 Pflaumen, in feine Spalten geschnitten
  • Sojasauce und Pfeffer zum Abschmecken
  • 1. Die Wachtel in 1 Esslöffel Butter rundherum anbraten und bei 180 Grad im Ofen ca. 20 Minuten knusprig gar werden lassen.
  • 2. Zwiebel in Butter anschwitzen, Sirup dazugeben und mit Balsamico ablöschen. Mit Rotwein aufgießen und um die Hälfte einreduzieren. Mit Pfeffer und Soja­sauce abschmecken und über die dünn geschnittenen Pflaumen geben und mit der Wachtel servieren.

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Aus Effilee #57, Sommer 2021
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