Lemberger 2008

Weingut Zalwander
Baden

 

Herr Bauer ist Schwabe und heißt mit Vornamen Odin. Eine kuriose Kombination aus unbändigem Fleiß und höchster Weisheit. Odin, dem höchsten Gott der nordischen Mythologie, war ein Honigwein der liebste, nach dessen Genuss Dicht- und Sangeskunst kein Halten mehr kannten. Wie es um Bauers lyrische Ambitionen bestellt ist, weiß ich nicht. Doch wie Odin, lässt sich auch Bauer vom Wein begeistern – nur aus Trauben und vorzugsweise rot sollte er sein. Und anders als sein göttlicher Namensvetter ist Bauer auch für die Herstellung verantwortlich. Gemeinsam mit seinem damaligen Berufskollegen Elmar Lehmann gründete er im Jahre 2002 das Mikro-Rotweingut Zalwander. Zalwander ist alemannisch und bedeutet zusammen. Rund anderthalb Hektar Reben bewirtschaften die studierten Önologen im badischen Breisgau. Freilich macht der Spätburgunder dabei den Löwenanteil aus, doch der soll uns hier nicht kümmern. Denn mit dem Lemberger leisten sich Bauer und Lehmann eine köstliche Extra­vaganz im Burgunderland Baden – und dabei pfeifen sie ganz nebenbei auf Alternativen aus dem großen Koffer der internationalen Rebsorten. Die württembergische Spezialität wächst bei Zalwander erst seit acht Jahren auf einer Flachlage aus fruchtbarem Lehmlößboden, scheint sich dort aber bereits pudelwohl zu fühlen. Der 2008er duftet delikat nach Wacholder und grob gestoßenem Pfeffer und ist ebenso herzhaft wie saftig geraten. Ein ungeschminkter Rotwein, dessen Nase verspricht, was der Gaumen mühelos halten kann.

Kaufbar: 15 Euro bei www.zalwander.de

Text: Axel Biesler
Aus Effilee #15, Mär/Apr 2011
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