Kommt ein Vogel geflogen, und noch einer und noch einer …

Wie weit kann man gehen auf der Suche nach dem ultimativen Festbraten? Geflügel ist ja schon mal ganz gut. Großes Geflügel noch besser. Ein Truthahn zum Beispiel. ­Gefüllt mit, sagen wir, einer Ente. Und die wiederum gefüllt mit einem Huhn. Und alle drei ­wiederum gefüllt mit würziger Schweinswurst, Garnelen, Maisbrot und Äpfeln. Man kann es nicht oft genug sagen: Das Gute kann so einfach sein!

Text: Vijay Sapre Rezept: Vijay Sapre & Oliver Schubert Fotos: Andrea Thode

Die Idee stammt aus Louisiana, der Heimat der Cajun-Küche. In seinem Buch Der Mann, der alles isst beschreibt Jeffrey Steingarten, der ehemalige Foodkritiker der amerikanischen Vogue, seine Suche nach dem legendären Turducken. Der Name kommt von Turkey, Duck und Chicken.
Steingarten identifiziert Chef Paul Prudhomme als den Erfinder und Namensgeber. Prudhomme ist ein prominenter Koch aus New Orleans, der auf seiner Website chefpaul.com viele Rezepte veröffentlicht und die Gewürzmischungen vermarktet, die er selbst produziert.
Möglicherweise ist die Idee aber noch viel älter, angeblich pflegte der französische Staatsmann Talleyrand (1754–1838), Wachtel à la Talleyrand zu essen, dafür wurde eine Wachtel im Innern eines Huhns gegart, das in einer Pute steckte, dann allerdings saftig und dampfend herausgenommen, nochmals knusprig gebraten und für sich serviert.

Jedenfalls ist der Turducken eine Her­ausforderung, der man sich irgendwann einmal stellen muss. Denn nicht nur ist das Ergebnis geschmacklich äußerst reizvoll, mit den verschiedenen Fleischsorten und den Füllungen, auch der Effekt, vor seinen Gästen einen vermeintlich ganzen Vogel aus dem Ofen zu holen, den man einfach ohne störende Knochen in Scheiben schneiden kann, bereitet Freude.
Die vegetarische Alternative heißt übrigens – kein Witz! – Tofucken. Wobei das vielleicht eher eine Idee, als ein echtes Gericht ist, ein brauchbares Rezept ließ sich jedenfalls nicht auftreiben. 

Meine Meinung …

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Aus Effilee #27, Winter 2013
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