Dhroner Riesling 2010

Andreas Adam
Neumagen-Dhron, Mosel, ­Deutschland

 
Sebastian Bordthäuser schreibt über Wein, Sake und Cocktails und ist Sommelier in Steinheuers Restaurant
Sebastian Bordthäuser schreibt über Wein, Sake und Cocktails und ist Sommelier in Steinheuers Restaurant

Jedes Jahr, wenn die neuen Jahrgänge gefüllt sind, freue ich mich auf diesen Wein. Obwohl die Lage Hofberg in Neumagen-Dhron auf der Weinbau-­Lagenkarte von Saar und Mosel von 1868 als Spitzenlage klassifiziert ist, ist sie immer noch weitgehend unbekannt. Das ist gut so, denn so hat Herr Adam die Chance, quasi außer Konkurrenz die Vorzüge Jahr für Jahr ins perfekte Licht zu rücken. Sein Kapital sind alte Rebanlagen auf feinstem Grund und Boden.
Adam macht auch ­komplexere Weine, doch gut Ding will Weile haben. Und um diese zu überbrücken, eignet sich nichts besser als ein paar Flaschen Dhroner Riesling. Der ist Adams Einstiegswein. Sogar notorische Nicht-Rieslingtrinker verlangen davon sofort ein zweites Glas, die Flaschen sind schnell leer und wenn man nachbestellen will, ist immer alles weg. Analytisch halbtrocken oder gern auch ins feinherbe Gewand gekleidet, schmeckt er sensorisch eher trocken. Die Fakten auf dem Etikett unterstreichen die Beschwingtheit, die dieser Erfrischung innewohnen, hinreichend: 10,5 Prozent Alkohol, Mosel. Das ist mittlerweile auch selten geworden, Spaß im Glas, der einem nicht sofort die Frisur versaut.
Falls man dazu etwas essen möchte, ist ein Leberwurstbrot nur recht und billig, es muss ja nicht immer Stopfleber und Sauternes sein.

Kaufbar: 10,50 Euro über dhronhofberger@gmx.de

Text: Sebastian Bordthäuser
Aus Effilee #18, Sep/Okt 2011
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