Aawerglowen (Haferbier mit Beifuß)

Wenn man Jan Kemker interviewen will, dann muss man zu dem Dreißigjährigen auf den Hof nahe Münster kommen und mithelfen. Das heißt Malz schroten und Zwetschgen in den Süd rühren. Dafür gibt es westfälisches Wurstebrot und den ein oder anderen Probeschluck aus einem der Fässer, in dem seine Biere reifen. Irgendwann ist auch Zeit für ein Gespräch. Kemker zeigt uns, wie man sich das Feierabendbier selber zusammenbrauen kann.

Aawerglowen (Haferbier mit Beifuß)

Ergibt 10 Liter
  • 1,8 kg geschrotetes Pale-Ale-Malz
  • 200 g Haferflocken
  • 30 g Hopfen »Styrian Golding«
  • 10 g Beifuß
  • 1 Pckg. belgische Saison-Hefe 
à 11,5 g
  • Bodensatz aus 1 Flasche Kemker-Bier

Geräte

  • 1 frisch gewaschenes Passiertuch
  • 2 10-Liter-Kochtöpfe
  • 1 12-Liter-Eimer mit Deckel
  • 1. Einmaischen: 6,25 l Wasser auf 73 Grad erhitzen, das Malz und die Haferflocken einrühren. Anschließend die Maische wieder auf 66 Grad erhitzen und 1 Stunde bei dieser Temperatur ruhen lassen. Immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt.
  • 2. Läutern und Nachguss: Einen zweiten Topf bereitstellen, darin 9,6 l Wasser auf 78 Grad erhitzen. In den Eimer das Passiertuch einhängen oder von einem Helfer halten lassen, am besten mit Handschuhen, und die Maische langsam durch das Tuch gießen. Am Ende leicht ausdrücken, verknoten und für 20 Minuten in den Topf mit dem heißen Wasser hängen lassen. Dann herausziehen und wieder leicht ausdrücken.
  • 3. Würze kochen: Den Sud aus 
dem Eimer mit in den Topf schütten. Das ist die Würze. Sie wird nun zum Kochen gebracht.
  • 4. Hopfengabe: Nach 10 Minuten 
die Hälfte des Hopfens einrühren, 
nach weiteren 50 Minuten die 
andere Hälfte und den Beifuß einrühren, dann den Herd ausschalten. Nach etwa 15 Minuten die Würze 
durch ein feines Sieb in den Eimer schütten.
  • 5. Anstellen: Die Würze auf 25 Grad abkühlen lassen. Das kann ein paar Stunden oder sogar die ganze Nacht dauern. Gut durchrühren, um Sauerstoff in die Würze zu bekommen, dabei die Trockenhefe und den Bodensatz aus den Bierflaschen einrühren.
  • 6. Gärung und Reifung: Den Eimer bei Zimmertemperatur in eine ruhige, saubere Ecke stellen, den Deckel nur auflegen oder ein paar Löcher hineinbohren. Weil obergärige Hefe verwendet wird, bildet sich bald hoher weißer Schaum auf dem Bier. Am besten nicht anfassen, sondern einfach 4 Wochen warten.
  • 7. Abfüllen: Schaum abschöpfen und das Bier in Bügel- oder Twist-off-Flaschen abfüllen. Kühl lagern oder gleich genießen.
Wichtig ist, bei allen Arbeitsschritten peinlich auf Sauberkeit zu achten. 
Das bekommt dem Bier bei der langen Gär- und Reifezeit. Hopfen, Malz und Hefe sind einfach im Onlinehandel zu bestellen, zum Beispiel auf hobbybrauversand.de.
Meine Meinung …
Aus Effilee #53, Sommer 2020
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