Wermuth Wein weiss, Ferdinand Probst von Schwarzer Brennerei aus Lienz, Österreich

Ob Wermut der neue heiße Scheiß wird und Gin and Tonic endlich auf die hinteren Plätze verweist, bleibt zu bezweifeln. Dies vergewissert uns im Umkehrschluss zweier Dinge: Die Vorhersage neuer Trends ist generell fragwürdig und lässt in diesem speziellen Falle Geheimtipps Geheimtipps bleiben. Der weiße Wermut der Schwarzer Brennerei in Tirol ist benannt nach dem ehemaligen königlichen k. u. k. Hoflieferanten Ferdinand Probst. Das Etikett ist fotokopiert und schlicht auf die Flasche gepappt, was ihm einen Low-Profile-Auftritt mit gehobenem Craft-Charakter verleiht. Anders als die meisten Marktbegleiter ist er nicht durch die charakteristische und oft dominante Süße definiert, die nicht nur den Gesamtauftritt, sondern vor allem das Mundgefühl bestimmt. Er ist vielmehr ein Wermut-Wein, schlank im Trunk mit feiner Säure und filigran eingesetzten Aromen. Auch die Textur ist seidig statt ölig, er trinkt sich straff und dadurch schneller. Und das macht nebenbei gar nichts, denn der Wermut-Rausch ist solitär. Man sollte ihn im Weinglas servieren und auf überflüssigen Zierrat wie Eiswürfel oder Zesten verzichten. Wermutkraut, Nelke, Koriander und Arnika in der Nase singen das Lied feinherber Würze und bitten inständigst um Pur-Genuss – Mischen impossible!

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: Der Pinot Noir unter den Wermut-Weinen

13,50 Euro zzgl. Versand bei www.schnapskultur.de,

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