Weinkritik: Weingut Fürst, Silvaner pur mineral 2013, Franken, Deutschland


Ah, mein erster Wein aus deutschen Landen, den ich bespreche, aber Vorsicht! Bei der Vehemenz, mit der zur Zeit mal wieder alles, was deutsch ist, abgefeiert wird – man beachte nur die absurden Jubelarien beim EM-Titel der Handballer; Brot und Spiele! – habe ich mir dann lieber einen Frankenwein vorgenommen. Ich will ja nicht provozieren. Und, ja, nervigen Nationalstolz und Nationalbewusstsein gibt es auch in der Wein- und Foodszene. Leider.
Außer den Weinen aus Burgund, mit denen ich beruflich zu tun habe und von denen ich zugegebenermaßen auch Fan bin und bei denen mich jede kleinste Differenz oder Macke interessiert, mag ich ansonsten ja Weine, die für sich selber sprechen. Die offen wie ein Scheunentor sind und sich nicht lange bitten lassen, ihr Bestes zu zeigen.
Das heißt nicht, dass sie simpel oder unterkomplex sein müssen, im Gegenteil: Alle richtig guten oder großen Weine, die ich bisher genießen durfte, gingen runter wie Öl, waren im besten Sinne Saufweine und dabei doch reichhaltig und spannend.
Der Pur Mineral ist natürlich kein großer Wein, dann würde er mehr als nur knapp 10 Euro kosten, aber harmonisch, ausgewogen, eingängig und mit einer bemerkenswerten Frische; ohne heftige Säure und den Alkoholgeschmack, der mich bei trockenen Rieslingen oft abtörnt.

4

Wenn Sie am liebsten weiße Burgunder trinken, aber auch einmal etwas anderes möchten, wäre dieser Silvaner eine astreine Empfehlung

10,99 Euro bei www.frankenweinspezialist.de
Weingut Fürst

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