Im Wein liegt die Wahrheit

Im Wein liegt die Wahrheit1985 wird bei einer Auktion bei Christie’s in New York eine Flasche Château Lafite für 156 000 Dollar verkauft; die Flasche hatte ursprünglich dem amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson gehört, so meinte man zumindest. Gefunden hatte die Flasche ein bis dahin unbekannter Deutscher, der sich Hardy Rodenstock nannte und in der Folge zum begehrten Lieferanten seltenster Weine, zum Ausrichter der aufregendsten Verkostungen und überhaupt zum Darling der Gesellschaft aufstieg. Im Laufe der Zeit verdichteten sich jedoch die Zweifel, bis ein amerikanischer Milliardär und Weinsammler vor einigen Jahren einen Prozess gegen Rodenstock anstrengte. Ein endgültiges Ergebnis gibt es bis dato nicht, und so bleibt die Weinwelt bis heute gespalten: Man glaubt entweder an die Jeffersonweine oder man hält Rodenstock für einen Betrüger. Die Geschichte soll jetzt mit Brad Pitt verfilmt werden.
Schön ist, dass man in dem Buch vielen Bekannten aus der Weinszene begegnet: Mario Scheuermann, Hanns O. Jannsen und TreTorri-Verleger Ralf Frenzel. Schade ist, dass bei der Übersetzung auch der Titel in die Grabbel kam, Im Wein liegt Wahrheit klingt doch recht banal, da ist der englische Originaltitel The Billionaire’s Vinegar doch von einem anderen Kaliber.

Text: Markus Hesemeier

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