Visol Gran Reserva, Brut Nature 2010, Mestres, Cava, Spanien

Markus Budai im Oktober 2016: Man muss keine Vergleiche zum Champagner ziehen. Das ist originär und faszinierend!

Mestres ist das Weingedächtnis des Cavas. Weinerzeuger seit 1607, in der Cavaproduktion seit 1925. Es ist auch das Haus, welches dem Schaumwein die Bezeichnung Cava gegeben haben soll. Beeindruckend sind aber vor allem die Feinhefestand-zeiten der Weine von bis zu 130 Monaten sowie die Beibehaltung der klassischen Reb-sorten in den Cuvées. Diese Gran Reserva besteht aus Macabeo, Xarel·lo und Parellada, ist also urklassisch. Danach -Reifung der Grundweine über sechs Monate im Barrique und beachtliche 50 -Monate Flaschenreife auf der Feinhefe bis zum finalen Dégorgement. Ich musste den Cava zunächst einmal in die Karaffe geben, damit er aufblühte. Also nichts mit direktem, feierlichem Anstoßvergnügen. Dieser Cava fordert den Dialog! Man muss ihn erstmal in seiner Komplexität erfassen. Das Bouquet duftet fein nach Quittenbrot, frischem Dill und Lakritze. Auch am Gaumen hat man eine animierend herbe Aromatik, wieder Lakritze, helle Früchte, dann sogar Fenchel. Alles wirkt sehr ätherisch. Die Perlage ist enorm subtil, die Aromatik wachrüttelnd. Der Cava packt am Gaumen zu und bringt einen erstmal auf den Boden der Tatsachen: Cava muss wieder auf die Landkarte der Weinwelt.

Man muss keine Vergleiche zum Champagner ziehen. Das ist originär und faszinierend!
Aus Effilee #38, Herbst 2016
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