Puro, Blanc de Blancs, 2003

Movia
Brda, Slowenien

Wie ein Radmutterschlüssel sieht das Ding aus, mit dem man den Puro in einer Schale mit Eiswasser eigenhändig degorgieren muss, was in einem ziemlich fummeligen Prozedere ausarten kann. Damit sich die Hefe im Flaschenhals sammeln kann, empfiehlt es sich, das originelle Getränk einen Tag lang kopfüber im Kühlschrank aufzubewahren. Möglich macht das ein mitgeliefertes stabiles Rohr aus Pappe, in das man die Flasche stecken kann. Das klingt nach einer Mischung aus Yps mit Gimmick und Baumarkt, belohnt den wackeren Handwerker aber mit einem grandiosen Schaumwein.
Das biologisch bewirtschaftete Weingut Movia gehört zu den führenden Erzeugern des kleinen Weinbaulands Slowenien und Aleš Kristančič ist ein begnadeter Winzer. Seinen Puro Blanc de Blancs hat er aus Chardonnay bereitet und ließ ihn drei Jahre lang in neuen Barriques reifen. 2006 füllte er ihn in dicke Champagnerflaschen und gab ihm einen Schluck vom Most des aktuellen Jahrgangs als Fülldosage mit auf die Reise zur zweiten Gärung. Das war’s dann auch schon. Die restliche Arbeit überlässt er dem Zecher. Sei’s drum. Vergleiche zu einem Champagner braucht man an dieser Stelle nicht zu bemühen, Kristančičs Puro ist einmalig einzigartig. Seine Perlage ist mit zärtlich vermutlich am besten beschrieben und sein Geschmack so unendlich reichhaltig und fein, dass man in ihm ertrinken möchte.

Kaufbar: 18 Euro bei geraldgeiger@web.de

Text: Axel Biesler
Meine Meinung …
Aus Effilee #19, Nov/Dez 2011
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