Kichererbse

Die runzelige Hülsenfrucht wird seit 10000 Jahren genutzt

 
Rechteinhaber: Effilee Magazin, Lizenzvereinbarung: Creative Commons
 

Ursprünglich stammen Kichererbsen aus dem Mittleren Osten. Von dort wanderten sie schon in der Antike nach Nordafrika und in den Mittelmeerraum und gelangten schließlich bis nach Mittelamerika. Heute bilden sie wegen ihres hohen Nährwertes ein wichtiges Nahrungsmittel der indischen und orientalischen Küche. Auch in den nördlichen Mittelmeerländern werden sie gerne verzehrt. In Indien dominieren die kleinen, dunklen und stark runzeligen Samen des Desi-Typs. Daneben kommen gelbe Kichererbsen auf den Tisch, zum Beispiel als Zutat in Currygerichten. Im Mittelmeergebiet trifft man vorwiegend auf den Kabuli-Typ, der größere, beige Samen besitzt.

Kichererbsen sind reich an Folsäure, Zink und Eisen. Schuld an der schweren Verdaulichkeit und dem aufgeblähten Bauch, den ein Kichererbsengericht häufig zur Folge hat, ist ein in den Samen enthaltener Dreifachzucker (Näheres dazu im Artikel Bohne). Wie die Erbsen, mit denen sie im Übrigen nicht näher verwandt sind, gehören die humorverheißenden Hülsenfrüchte botanisch zur Familie der Schmetterlingsblütler. Die anspruchslose Pflanze kommt mit wenig Wasser aus, benötigt aber viel Wärme. In den klimatisch gemäßigten Breiten erzielt sie daher keine guten Erträge. Anbaugebiete sind vor allem Spanien, Mexiko und die Länder des mittleren Ostens.

Ihr Name evoziert zwar die Frage, ob die Samen die Lachmuskeln anregen. Doch mit dem Kichern hat die Kichererbse nichts zu tun, auch wenn hartnäckige Anekdoten immer wieder behaupten, die Bezeichnung stamme von den lachenden Gesichtern, die man in Zipfeln und Kerben der Samen erblickt habe. Zu verdanken hat die Hülsenfrucht ihre Benennung der sprachgeschichtlichen Entwicklung: aus dem lateinischen Begriff cicer (im klassischen Latein kiker gesprochen) wurde im Althochdeutschen Kihhira und schließlich Kicher.

Zubereitung

Kichererbsen kochen fest und behalten auch bei längeren Garzeiten ihre Form. Getrocknete Kichererbsen müssen vor dem Kochen mindestens 12 Stunden (am besten über Nacht) in kaltem Wasser eingeweicht werden. Samen, die im Einweichwasser oben schwimmen, werden aussortiert und weggeworfen. Die übrigen werden nach Ablauf der Vorweichzeit abgespült und in frischem Wasser gekocht; im Vorweichwasser haben sich nämlich unverdauliche Stoffe gelöst. Die Garzeit beträgt mindestens 30-45 Minuten. Die Variante für die Eiligen besteht in vorgekochten Kichererbsen aus der Dose. Diese müssen nicht mehr eingeweicht und im jeweiligen Gericht nur noch kurz mitgekocht werden.

Kulinarische Verwendung

Die mediterranen und orientalischen Küchen zaubern aus Kichererbsen äußerst vielfältige Speisen. Die Hülsenfrüchte eignen sich für Salate, Suppen, Eintöpfe, Aufläufe und Pürees. Die Italiener essen während der Fastenzeit ein Püree aus ceci (Kichererbsen), das mit Pfeffer, Olivenöl und Zitronensaft gewürzt ist. Eine ähnliche Fastenspeise kennt man auch in Spanien. Dort kommen Kichererbsen alias garbanzos außerdem in den Eintopf Olla podrida. In Griechenland knabbert man geröstete Kichererbsen anstelle von Nüssen zum Ouzo.

Nach orientalischer Art verwandeln sich Kichererbsen püriert und manchmal noch mit Sesammus vermischt in Hummus. Sie sind wichtiger Bestandteil der würzigen Falafel-Bällchen und Zutat in vielen Couscous-Gerichten.

In Indien backt man aus gerösteten und gemahlenen Kichererbsen sogar Brot.

Nährstoffangaben

Rohe Kichererbsen pro 100 g:

  • Energie: 306 kcal/ 1282 kJ
  • Protein: 19 g
  • Fett: 5,9 g
  • Kohlenhydrate (verwertbare): 44,3 g
  • Ballaststoffe: 15,5 g
  • Kalium: 756 mg
  • Phosphor: 332 mg
  • Magnesium: 129 mg
  • Vitamin A: 30 µg
  • Vitamin B1: 0,5 mg
  • Vitamin B6: 0,55 mg

Um die Nährstoffangaben mit dem ungefähren Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen zu vergleichen, klicken Sie hier.

«
»

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.