2016 Silice Tinto, Silice Viticultores, Sober, Ribeira Sacra, Spanien

Sebastian Bordthäuser im März 2019: Mencía für jeden Tag: mit niederschwelligem Schluckwiderstand

 

»If you want fruit, buy yoghurt.« Markige Sprüche gehören mittlerweile zum Weinbusiness, auch wenn es die Weine eigentlich gar nicht nötig haben. So wie jene der Silice Viticultores. Das Projekt unter der Leitung von Fredi Fresquito Torres arbeitet seit 2013 mit lokalen Weinbauern zusammen, um ihnen eine wirtschaftliche Perspektive zu bieten.

Deren Lagen mit alten Reben, die ihr Leben lang kein Gift gesehen haben, befinden sich in teils halsbrecherisch steilen Weinbergen am Ufer des Sil im rauen Nordwesten Spaniens, die auf Grund ihrer Geografie nur von Hand bewirtschaftet werden können.

Kultiviert werden Mencía, Garnacha, Albarello, Merenzao und ein paar weitere. Torres’ Vorlagen zur Bewirtschaftung werden von den Bauern detailgenau umgesetzt. In Beton und im Fuder baut er die Weine aus. Ungefiltert und ungeschönt brauchen sie nur minimale Schwefelmengen, was ihnen gut zu Gesicht steht. Sehnig, mit strahliger Säure und fein ­extrahierter Frucht sind die Weine wichtige Protagonisten der Renaissance einer der ältesten spanischen Weinbauregionen. Der Silice Tinto aus 85 % Mencía und 15 % ­Alicante Bouschet ist auf purem Felsen mit nur geringer organischer Auflage gewachsen. Er ist der Einstiegswein des Projekts und so etwas wie die Single Auskopplung aus dem Album. Press repeat!

Mencía für jeden Tag: mit niederschwelligem Schluckwiderstand
13,90 Euro, wein-kreis.de
Aus Effilee #48, Frühjahr 2019
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