Retsina Ritinitis-Nobilis, Gaia Wines, Nemea, Griechenland

Rainer Balcerowiak im März 2017: Preiswertes Therapieangebot für Retsina-Geschädigte

 

Es soll Menschen geben, denen die Freude am Weingenuss bereits in früher Jugend nachhaltig vergällt wurde. Oftmals war ein zeitweilig recht beliebtes Getränk namens Retsina dafür verantwortlich. Meistens handelte es sich bei dieser griechischen Spezialität um ausgesprochen muffige Weine, die vor allem penetrant nach dem beigefügten Pinienharz schmeckten – und nach sonst gar nichts. Wer es dennoch geschafft hat, in die faszinierende Welt des Weines dauerhaft einzutauchen, sollte die Chance nutzen, diese traumatische Geschmackserfahrung endgültig zu überwinden. Denn natürlich verströmt auch der Retsina Ritinitis-Nobilis vom Weingut Gaia im Anbaugebiet Nemea auf dem nordöstlichen Peleponnes zunächst einmal den charakteristischen Pinienduft. Wie könnte es auch anders sein: Schließlich werden die Moste aus den heimischen Rebsorten Moschofilero und Roditis zusammen mit dem Harz vergoren. Doch am Gaumen entfalten sich reife Birnenfrucht, intensiver Traubengeschmack und eine leicht salzige Note. Durch die verhaltene, aber knackige Säure wird das Spiel zwischen Frucht und Harzgeschmack perfekt ausgepegelt. Man hat es mit einem zweifellos ungewöhnlichen, aber dennoch spannend zu trinkenden Wein zu tun, mit 12 % Alkohol angenehm leicht und nahezu erfrischend.

Preiswertes Therapieangebot für Retsina-Geschädigte
Aus Effilee #40, Frühjahr 2017
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