Retsina Amphore Nature, Tetramythos, Peloponnes, Griechenland

Vijay Sapre im November 2018: Eine feine Erinnerung an die Zeiten, als man das Abitur noch vor sich hatte

 

Mit die interessantesten Entdeckungen macht man oft da, wo der Ruf schon lang komplett ruiniert ist: Beaujolais, Prosecco und Lambrusco haben uns in letzter Zeit schon die eine oder andere hochklassige Überraschung geliefert, die letzte Lücke aus den Anfängen der Weinsozialisation in Oberstufen­zeiten war jener harzige Wein, den man im Deutschen Haus (so hieß der beste ­Grieche im Ort) zum Souflaki bekam, der Retsina.

So war der Auftrag an den Organisator eines langen Wochenendes auf einer griechischen Insel auch klar: Besorg mal alles an abgefahrenen ­Natur- und Amphorenweinen, was gerade produziert wird. Und siehe da, was auf den Tisch kam, war durchaus beeindruckend. Unter anderem dieser Retsina aus der Amphore, 100 % Roditis, der ohne Bewässerung auskommen muss, was den Ertrag niedrig hält, lediglich die erste Pressung wird verwendet, der Aus­bau erfolgt in Amphoren. Weniger als ein Gramm Harz pro Liter wird zugesetzt, es stammt von den Pinien, die die Weingärten säumen.

Der Wein ist komplex und lang, Zitrusaromen in der Nase, recht elegante und volle Frucht und ein zarter Nachhall vom Harz, das aber nie aufdringlich wird. Super zu allen möglichen Tapas und Fischgerichten.

Eine feine Erinnerung an die Zeiten, als man das Abitur noch vor sich hatte
Aus Effilee #47, Winter 2018/2019
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