Les EncÉgnières 2010

Jean-Claude Bachelet
Chassagne-Montrachet
Burgund, Frankreich

Weine kann man in vier Kategorien einteilen: Sie sind zu 88 Prozent nicht gut, zu 8 Prozent trinkbar, zu 3,8 Prozent gut bis sehr gut und zu 0,2 Prozent hervor­ragend. Von Zeit zu Zeit gibt es auch mal einen Wein, der sich nicht so leicht einordnen lässt. So wie dieser Chassagne des recht bekannten Weinguts Jean-Claude Bachelet aus Saint-Aubin, welches seit einigen Jahren von den Söhnen Benoît und Jean-Baptiste geleitet wird.
Auf den ersten Blick ist es formal ein guter Chassagne Village, leicht erkennbar als solcher mit einer in die Breite angelegten Struktur und ganz gutem Volumen. Beim zweiten Schluck fällt ein Tick zuviel an Holzeinsatz und ein eklatanter Mangel an Lebendigkeit und Trinkfreudigkeit auf. Meine Frau mochte ihn überhaupt nicht. Wir schafften es nicht, die Flasche innerhalb von zwei Tagen auch nur zur Hälfte zu leeren.
Hier wurde mit zu viel Kellereinsatz versucht, irgendeinen Mangel zu kaschieren; den Wein auf Kosten von Natürlichkeit mit einer Überbetonung appellations­typischer Eigenheiten aufzupeppen. Alles nicht so dramatisch, aber eben auch kein guter weißer Burgunder.
Unterm Strich ein Wein in der Kategorie nicht gut: nicht schlecht gemacht, aber auch nicht trinkbar.

Text: Norbert Müller
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