Layla

Thomas Platt im November 2018: Allein das Couscous rechtfertigt das Kommen: It got me on my knees

 

Es passe zur Hauptstadt wie ein Handschuh, serviere generöse Teller mit einer Menge toller Saucen. Außerdem gebe es großartiges Brot, sagt Berlins Spitzenkoch Gal Ben Moshe über das neu eröffnete Restaurant Layla. Das alles trifft zu. Aber vielleicht sollte man dazusetzen, dass wohl ein künftiges Berlin gemeint ist. Denn noch wirkt das großzügige Bar-Lounge-Restaurant-Environment wie von New York an den Anhalter Bahnhof gebeamt. Direkt von dort kommt auch der israelische Chef Meir Adoni.

Das geräucherte, mit Feta-Schnee bedeckte Auberginen-Carpaccio, Adonis sogenanntes Signature Dish, in das weißes Tahin, Dattelhonig, Pistazien, Kräuter und getrockneten Rosenblätter eingearbeitet wurden, gibt dem Kalbs­tatar neben gezupftem Ziegenbraten den entscheidenden Stoß. Da dieser Magier der aromatischen und texturellen Legierung auf mindestens zwölf prägenden Zutaten pro Gericht besteht, treten Granatapfel, Hummus, Paprika, Tomaten, Brokkoli, Erbsen, Spinat, Pomelo sowie eine Schafskäsemousse hinzu.

Der strahlend frische Wolfsbarsch mit grünen Bohnen in Limonen­butter, Zuckerschoten und Freekeh, einem Risotto aus unreifem Getreide, dessen Ähren während des Darrens eingeäschert werden, und das marokkanische Seafood Chraime mit Muscheln, Sepia und Tershi, einem süß-sauren Kürbissalat, kennzeichnen einen polyphonen Kochstil. Die Harmonie stiftet eine mediterrane Auffassung der Nouvelle Cuisine, die von der jüdischen Wanderung geprägt wurde.

Allein das Couscous rechtfertigt das Kommen: It got me on my knees
Layla
Hallesche Str. 10, 10963 Berlin
10963 Berlin
Deutschland
layla-restaurant.com
Aus Effilee #47, Winter 2018/2019
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