Latricières-Chambertin Grand Cru 2009

Domaine Leroy
Burgund, Frankreich

 

Es gibt Burgunderproben, für die reist man sogar nach Mannheim. Paula Bosch, die verdiente Ex-Sommelière des Münchner Gourmettempels Tantris war auch gekommen. Sie ist noch immer neugierig, wiewohl kaum jemand im Lande mehr Erfahrung mit Burgundern von Leroy haben dürfte als sie. Als Mme Tantris bekam sie so gut wie alles, was sie haben wollte, auch die biodynamisch erzeugten Pinot-Ikonen der Madame Bize Leroy. Wer die feinsten Premiers und Grands Crus des Guts verkaufen wollte, musste allerdings auch die schwachen Weine nehmen, so geht das Koppelgeschäft im Weinzirkus. Und schwache Weine kann Mme. Leroy ebenso vortrefflich. Das merkte man auch in Mannheim wieder. Der Vosne-Romanée Les Beaux Monts, immerhin knapp siebenhundert Euro pro Flasche, war eine absonderlich stinkende Zumutung. Dafür war der Latricières-Chambertin eine Offenbarung: Würzig im puren, fruchtigen, auf das Feinste intensiven, etwas an rote Paprika erinnernden Bukett. Am Gaumen porentief rein und rotbeerig, absolut geschliffen in seiner noblen Eleganz, frisch, transparent und von größter Feinheit, auch dank seines sehr feinen, fast verspielten Tannins. Ganz jung, ganz vielversprechend, ganz teuer. »Aber«, so Paula Bosch, »den kannst du ohnehin erst in frühestens zwanzig Jahren so richtig einschätzen.« Sie schon. Aber wir?

Preis auf Anfrage bei Extraprima Weinversand

Text: Stephan Reinhardt
Aus Effilee #25, Sommer 2013
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