Douro Duas Quintas 2009

into nacional, Adriano Ramos Pinto
Vila Nova De Gaia, Douro, Portugal

Nein, portugiesische Weine sind nicht mehr wirklich billig, wie das früher vielleicht einmal der Fall gewesen sein mag. Wer eines der großen roten Gewächse des Landes trinken will, muss nicht selten tief in die Tasche greifen: 60, 70 Euro und mehr sind da keine Ausnahme mehr. Umso erfreulicher ist dieser Rote von Adriano Ramos Pinto, der bei einer Vergleichsverkostung kürzlich 250 Konkurrenten aus dem eigenen Land hinter sich ließ. Er kostet wenig mehr als einen Zehner, besitzt aber alles, was ein großer Portugiese zeigen sollte: die fast undurchdringliche Farbe, den markanten Duft nach schwarzen Johannisbeeren, Brombeeren und Blaubeeren, enorme Dichte und Kraft im Mund und einen Nachhall, in dem die Aromen aus dem Duft lange ihr Spiel treiben. Gekeltert wird der Wein aus dem Rebsortenpaar Touriga Nacional, der bekanntesten und besten Sorte Portugals, und Tinta Roriz, in Spanien besser bekannt unter dem Namen Tempranillo. Die robuste und kleinbeerige Touriga trägt das natio­nal übrigens nicht nur im Namen. Sie ist für den Charakter von Portugals besten Weinen mindestens ebenso wichtig wie der Riesling in Deutschland, der Pinotage in Südafrika, der Carménère in Chile oder der Shiraz in Australien.

Text: Eckhard Supp
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Aus Effilee #23, Winter 2012
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