Chateau Musar white 2007, Chateau Musar, Bekaa, Libanon

Axel Biesler im März 2019: Der 2007er läuft mit feinen Honignoten und einer unbeschreiblichen Mischung aus Frische und Creme jetzt zu erster Hochform auf

 

Der Einfluss französischer Jesuitenmönche, die im 19. Jahrhundert Rebsorten wie Carignan, Cinsault oder Cabernet Sauvignon in den Libanon brachten, ist bis heute spürbar, aber die besten unter Libanons Weinen haben sich von Frankreich längst emanzipiert, weil sie auf durchschnittlich 1000 Metern einem extremen Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern ausgesetzt sind.

Chateau Musar setzt zudem bei seinem Top-Weißwein ausschließlich auf heimische Sorten: Obaideh und Merwah gelangen nur in den extremen Gebirgslagen zu jener Reife, die sie zu unverwechselbaren Weinen werden lassen. In jenen Weinbergen, die während des Bürgerkriegs verwüstet und danach nur zögerlich wieder rekultiviert wurden. Wenn in den letzten 20 Jahren ein gewisser Wandel eingesetzt hat, bedeutet das auch eine Rückbesinnung auf eine Weinkultur, die im Libanon weit über 5000 Jahre alt ist. Als Chateau Musar im Mai letzten Jahres seinen aktuellen Weißwein auf den Markt brachte, war der bereits neun Jahre alt. Was umso erstaunlicher ist, da der berüchtigte rote Musar in der Regel schon nach sieben Jahren in den Verkauf gelangt. Angesichts des 2007ers sollte man sich mit dem Genuss des Jahrgangs 2009 aber ruhig noch mehr Zeit lassen.

Der 2007er läuft mit feinen Honignoten und einer unbeschreiblichen Mischung aus Frische und Creme jetzt zu erster Hochform auf
58 Euro, gute-weine.de
Aus Effilee #48, Frühjahr 2019
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