Weltweit essen: Spanien

Maria José Rodríguez lebt mit ihren Töchtern und ihrem Mann in Girona, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Nordosten Kataloniens. Neben dem ehemaligen ­elBulli befinden sich in der Region das Drei-Sterne-Restaurant El Celler de Can Roca und die kulinarische Hochburg Can Fabes. Im Alltag wird allerdings anders gegessen

 
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Der Tag beginnt in Spanien mit einem sehr einfachen Frühstück, dem desayuno. »Ich esse ein kleines belegtes Brötchen mit Marmelade oder Käse und trinke Kaffee. Manchmal gibt es Müsli.« Viele Spanier frühstücken vor der Arbeit in einem Café, aber die 40-jährige Kauffrau frühstückt lieber mit ihren Kindern zu Hause.

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Weltweit essen – Spanien

Ab 14 Uhr beginnt die Siesta, die Mittagsruhe, sie dauert bis 17 Uhr. Oft wird danach noch bis 20 Uhr gearbeitet. Während der Siesta gibt es Mittagessen, almuerzo. »Ich esse in einem Restaurant, das von etwa 13 bis 16 Uhr Mittagstisch anbietet. Es gibt Fideuà, eine Art Paella mit Nudeln, Gemüse wie Bohnen oder Spargel als ersten Gang. Der zweite Gang besteht meistens aus gegrilltem Fleisch wie Huhn, Lamm oder Schwein, oder es gibt Fisch wie Bacalao, Seeteufel oder Thunfisch. Fisch und Fleisch werden oft kombiniert, zum Beispiel Garnelen mit Hühnerfleisch.«
Zu jedem Essen werden Pommes sowie Wein und Wasser serviert. Wein wird auch während der Arbeitszeit getrunken, dann wird er mit Wasser gemischt. Außerdem steht immer Weißbrot auf dem Tisch. Das gängigste Brot in Spanien heißt ­Barra, es ähnelt dem Baguette. Man schneidet es in drei bis vier Teile und teilt es längs. Neben Bocadillos, wie das belegte spanische Baguette genannt wird, gibt es Montaditos. »Das sind kleine belegte Weißbrote, die mit einem Zahnstocher in der Mitte zusammengehalten werden.«
Ab 21 Uhr kann man in Spanien mit dem Abendbrot rechnen, vor allem im Sommer wird sehr spät gegessen. »Ich esse mit meiner Familie zu Hause. Es gibt etwas Aufschnitt wie Wurst und Käse.« Typische Wurstsorten sind Chorizo, Serranoschinken, Jamón Ibérico, Fuet, eine dünne, luftgetrocknete katalanische Hartwurst, oder Sobrasada, eine mallorquinische Wurst. Als Käse gibt es Manchego, der aus Schafsmilch gemacht wird, und Mató, katalanischen Frischkäse aus Ziegenmilch, der mit Honig als Nachspeise auf den Tisch kommt. »Wir essen auch häufig in Restaurants. Sie machen abends erst um 20.30 Uhr auf und haben dann bis nach Mitternacht geöffnet. Beliebt sind vor allem die traditionellen Tapasbars.« Das Essen wird lange und ausgiebig zelebriert, zum Abschluss gibt es Crema Catalana oder eine Zigarre

Lebensmittelpreise in Spanien

1 Weißbrot: 1 Euro;
1 kg Reis: 1,80 Euro;
1 kg Tomaten: 0,70 Euro;
500 g Fideos gruesos (Nudeln): 0,60 Euro

Aus Effilee #20, Frühling 2012
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