Morei Teroldego 2010

Elisabetta Foradori
Vignetti delle Dolomiti, Italien

DDie im Trentino beheimatete, autochthone Rebsorte Teroldego Rotaliano führte über Jahrzehnte ein Schattendasein als leichtes, hellrotes Wässerchen, bis die Winzerin Elisabetta Foradori Anbau- und Ausbaumethoden veränderte und mit dem Granato einen Wein schuf, der nicht nur die Winzerin auf einen Schlag berühmt machte, sondern zeigte, dass Teroldego tatsächlich ein Potenzial hat, das sich vor noblen Rebsorten wie Pinot, Merlot oder Cabernet nicht verstecken muss. Über ein Jahrzehnt hat Foradori mit der Kelterung in Tonamphoren experimentiert. Sie hat frei stehende, gewellte 400-Liter-Amphoren entwickelt, in denen die leicht angequetschten Trauben offen vergären, um danach verschlossen acht Monate mit den Schalen zu reifen, was den Wein so stabil macht, dass er währenddessen nicht geschwefelt wird. Der 2010er Jahrgang wirkt trotz seiner typischen Würze subtil, fein und elegant. Das spezifische Terroir der Einzellage Morei wird sehr deutlich, nicht zuletzt, weil die Holznote fehlt und die Tannine schon so rund sind, dass nichts die feinen Nuancen überdeckt. Der Teroldego wirkt charakterlich völlig eigenständig und gehört für mich schon jetzt zu den bemerkenswertesten Weinen Norditaliens. Einmal geöffnet, lohnt es sich, die Entwicklung des Weines über mehrere Tage hinweg zu verfolgen.

Text: Christoph Raffelt
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