J. Alberto Malbec 2014 von Bodega Noemia aus Patagonien, Argentinien

Irgendwann hört man damit auf, dem J. Alberto Fragen zu stellen. Woher etwa seine delikate Süße kommt, obwohl er doch vollkommen trocken ist. Derweil seine exquisit-zarten Gerbstoffe den Gaumen feinst getäfelt haben, stellt der Geschmack seine kalibrierende Funktion ein, weil ihm so etwas bei der Rebsorte Malbec noch nicht an den Gaumen gekommen ist, aus der dieser wunderbare Rotwein zu fast 100 Prozent besteht. Ein Malbec darf gerne deftig sein, jedenfalls wenn er aus seiner südwestfranzösischen Heimat Cahors käme, wo er für tiefdunkle Gewächse mit robusten Gerbstoffen bekannt ist. Cahors ist aber mittlerweile etwas ins Abseits geraten und profitiert heute von der Popularität des Malbec in Argentinien, wo er sich als zuverlässiger Lieferant für saftige Rotweine etabliert hat. Oft ist das südamerikanische Konfektionsware aus opulenter Frucht mit reichlich Alkohol, deren Tage aber bald gezählt sein dürften. Was den Auftritt des J. Alberto umso aufregender macht, denn von Frucht und Alkohol hat auch er reichlich, schmeckt dabei aber alles andere als generisch-adipös, sondern so fein und zart, dass Vergleiche und Eselsbrücken grandios scheitern. Eine Köstlichkeit voller Gegensätze, die zu klären anderen überlassen werden darf.

5

: Noch Fragen? Ja, aber sie interessieren gerade nicht

42,90 Euro bei www.weinamlimit.de,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.