Hautes-Côtes de Beaune Blanc 2010

Emmanuel Rouget
Burgund, Frankreich

 

Die Weine des 2006 verstorbenen Henri Jayer, eines der größten Winzer aller Zeiten, hatten unvergleichliche Kraft und Leichtigkeit zugleich. Sein Neffe Emmanuel Rouget erbte einen Teil der Weinberge, die andere Hälfte bekam
Nicolas Méo-Camuzet, wobei Rouget eher der ist, der Jayers Vermächtnis auch wirklich erfüllt. Die Hautes-Côtes de ­Beaune besteht nicht aus den spektakulären Hängen, sondern die Trauben reifen im kühleren und feuchten, höher gelegenen Hinterland Burgunds. Selten gibt es hier Weine von Klasse, hier wird eher die Masse bedient.
Wie wichtig der Mensch als Teil des geflügelten Wortes Terroir, seiner Herkunft und natürlichen Bedingungen ist, zeigt dieser grazile Burgunder. Ein Wein, der die Handschrift des Großmeisters trägt. Aus einer vermeintlich schwachen Lage zaubert er etwas unfassbar Delikates. Einen Burgunder, der wie ein Fass bretonische Salzbutter, Hühnerdreck, Austernschalen, Quitten und Zitrusfrüchte riecht. Im leicht cremigen Geschmack findet sich eine präzise knackige Säure, die so manchen rassigen Riesling in den Schatten stellen könnte. Ein bezahlbarer Stoff, der viele teure Burgunder deklassiert und zum jetzigen Zeitpunkt gut in Fahrt ist. Vorausgesetzt man hat ihn in eine Karaffe umgefüllt und bei 14 Grad im Glas.

Text: Hendrik Thoma
Aus Effilee #25, Sommer 2013
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