Formel B in Kopenhagen

Wenn es einmal klassisch sein soll

 
Foto: Formel B
Foto: Formel B
Formel B, Vesterbrogade 182, 1800 Kopenhagen, www.formel-b.dk

So spannend die Neue nordische Küche in Restaurants wie noma oder Geranium auch sein mag, steht einem nach ein paar Tagen Kopenhagen auch mal der Sinn nach etwas klassischeren Gerichten. Das Formel B ist für solcherlei Gelüste eine ausgezeichnete Adresse. Seit Anfang dieses Jahres hat das vormals traditionell ausgerichtete Gourmetrestaurant ein neues Konzept: Das edle Tafelsilber ist verschwunden, die Tische stehen etwas enger, es herrscht eine lockere Bistro-Atmosphäre. Der Gast wählt kein Menü aus, sondern stellt sich aus rund zwei Dutzend Vor-, Haupt- und Nachspeisen seine eigene Gangfolge zusammen. Der Clou dabei: Jedes Gericht hat den gleichen Preis, nämlich 125 Kronen (ca. 16 Euro). Mit vier bis fünf Gängen kommt man in der Regel gut hin. Die gebratene Gänseleber mit Rhabarber­kompott war bei unserem Besuch exzellent gegart, jedoch nicht sehr sorgfältig von Sehnen befreit – eine negative Folge des neuen Konzepts und einer nicht mehr ganz so großen Küchencrew? Die folgenden Gänge waren dann makellos, vom gegrillten, wohltuend kernigen Iberico-Rücken mit Kapernjus bis zur knusprigen Hähnchenbrust mit Morchelrahm und grünem Spargel. Experimentierfreudiger die Desserts: Hier begeisterte vor allem die Wassermelone mit wildem Klee, krossen Malzbröseln und Eis von geräucherter Milch durch Frische und Kontrastreichtum. Insgesamt mag die Küche im Formel B eher konventionell sein, doch innerhalb dieses Rahmens schmeckt es dort sehr gut.

Text: Kai Mihm

aus Effilee #18 September/Oktober 2011

Aus Effilee #18, Sep/Okt 2011
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