Restaurantkritik: El Portal del Echaurren in Ezcaray, Spanien,

  • Autor: Hinrich Sudeck

Fährt man von Haro, der Weinkapitale, in die Berge, so kommt man in das 2000-Seelendorf Ezcaray, dessen Mittelpunkt seit 1698 ein Familienbetrieb ist, der neben komfortablen Zimmern auch ein traditionelles Restaurant (Mutter Marisa) und ein Zweisternerestaurant (Sohn Francis) bietet. Beeinflusst von Arzak, Subijana und Adrià kocht Paniego eine ultramoderne, vielleicht ein bisschen zu verkopfte Küche, die man anhand von drei Menüs (125 / 150 Euro) probieren kann. Wir entschieden uns – schweren Herzens das gut feeling genannte Innereienmenü beiseitelassend – für looks towards this land, einen vielgängigen Spaziergang durch die Landschaft. Er bot auch das marinierte Schweineohr mit Langustine und eine Mole aus Fischinnereien und als Hauptgang geschmorten Lammschwanz. Umgeben waren diese Gänge von Tapas (klassische Kroketten, molekulare schwarze Oliven aus Käse, Anchovis und Piment und knusprige Weinrebenzweige aus Brotteig) und elaborierten, an die Tradition der mütterlichen und landschaftsgebundenen riojanischen Küche angelehnten Gerichten. Herausragend ein Spargel bei 65 Grad lange gegart in Olivenöl und auf Pilzen und ihrer Mayonnaise serviert. Exzellent Tränentropfenerbsen von der baskischen Küste, pfannengebraten, auf Vanillekartoffelpüree und Schaum aus den Erbsenschalen. Von F. Adrià beeinflusst waren Gänge wie Ein Spaziergang durch den Wald oder Frisches Gras, mit Farben und Aromen des jeweiligen Themas sehr komplex und vielfältig gestaltete Teller.

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El Portal del Echaurren: Nächstes Mal das Innereienmenü!

El Portal del Echaurren


Ezcaray, Spanien
www.echaurren.com

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