Gib mir 5: Single Malts

Der Schauspieler W. C. Fields war sich sicher: Man sollte immer eine kleine Flasche davon dabeihaben, um im Falle eines Schlangenbisses die Wunde desinfizieren zu können. Es soll Viecher geben, die beißen fünf Mal zu …

 

1. Jura Superstition

Der Legende nach erschien Archi­bald Campbell, dem Gründer der Jura Distillery, einst ein Geist und befahl ihm, er solle die kleine schottische Insel Jura, auf der er lebt, künftig gefälligst mit Whisky versorgen. Diesem Geist sei ewiger Dank. Bis heute brennen Archi­balds Nachfahren einen der be­kanntesten, weil herrlichsten schottischen Island Malts. Leicht rauchig, mit Anklängen von Honig und dezenten Gewürz­noten. Gibt’s für runde 35 Euro überall, wo man was von Whisky versteht


2. The Glenlivet ­Nàdurra Oloroso

Erstaunlich lecker, was Master Distiller Alan Winchester da mit präziser Handwerkskunst geschaffen hat. Das gälische Wort Nàdurra steht für Natürlichkeit und ist Namens­geber einer speziellen Reihe bei The Glenlivet. Anders als viele moderne Whiskys, werden die ­Nàdurra-Produkte ohne Kühl­filtration in Fassstärke abgefüllt. Das neue Produkt dieser Serie Nàdurra Oloroso reift ausschließlich in ehemaligen Oloroso-Sherry-Eichenfässern, die als die gefragtesten der Welt gelten. Erhältlich ab September im ausgesuchten Fachhandel, Preis auf Anfrage


3. Macallan Amber

Seine Bersteinfarbe hat er von den First- und Refillfässern aus spanischer und amerikanischer Eiche, in denen er reifen darf. Sein reiches Aroma nach frischen grünen Äpfeln, Limetten und Zimt verdankt er nicht zuletzt den besonders kleinen Brennblasen, welche die Mac­allan Distillery verwendet. ­Circa 55 Euro im Fachhandel


4. Glenmorangie Lasanta

Wenn er die ersten zehn Jahre seiner Reifezeit in Ex-Bourbon-Fässern abgessen hat, geht’s noch mal zwei Jahre zum ­Nachreifen in die berühmten Pedro-Ximénez-Sherryfässer. Die Ximénez-Traube steht für sehr üppigen Sherry, das schmeckt man dem bersteinfarbenen Lasanta deutlich an. Sahnebonbons, Honigwaben und Schokolade stehen im Vordergrund. Und die Flasche für circa 45 Euro im Fachgeschäft


5. Mortlach 21

Directors’ Cut ist der Serien­titel, unter dem der Glasgower Abfüller Fred Laing seine ganz persönlichen Lieblingsfässer unverdünnt und in voller Fassstärke in Flaschen füllt. Beim Mortlach 21, den er auch als »Sherry bomb« bezeichnet, dürfte ihm wohl das Finish nach Honig, Lakritz und Rosinen imponiert haben. Mortlach 21 wird nicht gefärbt und hat Ehrfurcht gebietende 56,7 % besten schottischen Alkohols im Gepäck. Wer die erleben will, muss mit circa 240 Euro im Fachhandel vorsprechen


Aus Effilee #30, Herbst 2014
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