Drei Töpfe: Gemüsekuchen

Alexander Kasbohm kostet drei verschieden Varianten von Gemüsekuchen

 

Auf den Rezeptseiten von Frauenzeitungen und älteren Kochbüchern steht als Anmerkung zu Quiche Lorraine, Pizza, Zwiebelkuchen oder Spinattorte gerne: Lässt sich gut vorbereiten. Das ist kein Hinweis für die überforderte Hausfrau, sondern ein Stichwort für Gastgeber, die auf ihren Partys selber Spaß haben wollen

Gemüsekuchen gehören zu den Eckpfeilern des kleinen Buffets. Wie so viele unscheinbare Schönheiten führen sie in Zeiten des Überflusses, wenn das Buffet gerade eröffnet wurde, ein Schatten­dasein: Die Gäste räumen als Erstes immer die mühsam belegten, gefüllten, handgerollten, einzeln gebackenen, hübsch verzierten Häppchen ab. Doch wenn sich im Laufe des Abends die Lage zuspitzt, zeigt sich, auf wen man sich verlassen kann. Dem Alkohol gibt der Gemüsekuchen eine Basis, dem Hunger mitten in der Nacht bietet er kompetent Paroli, und wenn sich die letzten, etwas matten Gäste bei Sonnenaufgang zu weichem Jazz auf dem Balkon treffen, ist er ein prima Frühstück. Falls noch was da ist …

Text: Alexander Kasbohm
Fotos: Andrea Thode

Aus Effilee #12, Sep/Okt 2010
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