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Ganache

Süße Creme aus Scho­ko­lade und Sahne oder Crème fraîche, die manch­mal noch mit But­ter ver­fei­nert wird und auch unter

Süße Creme aus Scho­ko­lade und Sahne oder Crème fraîche, die manch­mal noch mit But­ter ver­fei­nert wird und auch unter den Namen Cana­che oder Pari­ser Creme begeg­net. Je nach Ver­hält­nis der Zuta­ten füllt sie in wei­cher oder schnitt­fes­ter Kon­sis­tenz Pra­li­nen, Trüf­fel, Petit Fours, Bon­bons und Kuchen oder deckt näm­li­che Pro­dukte als Gla­sur. Häu­fig wird die Gana­che mit Früch­ten, Gewür­zen oder Spi­ri­tuo­sen aro­ma­ti­siert. Ihre Erfin­dung wird der Pari­ser Patis­se­rie Sirau­din zuge­schrie­ben und um das Jahr 1850 datiert.

Hin­weise für die Zubereitung

Die ver­wen­dete Scho­ko­lade kann zart­bit­ter, weiß oder eine Milch­scho­ko­lade sein. Die Sahne wird auf­ge­kocht und über die gehackte Kuver­türe gegos­sen, dann wird die Masse glatt gerührt. Das Men­gen­ver­hält­nis zwi­schen Scho­ko­lade und Sahne rich­tet sich nach dem Ver­wen­dungs­zweck. Grund­sätz­lich gilt: Je mehr Scho­ko­lade auf die Sahne kommt, desto fes­ter wird die Gana­che, und desto län­ger ist sie halt­bar. Hier ein paar Ver­hält­nis­bei­spiele für unter­schied­li­che Sahneganaches:

  • 100 g Sahne und 300 g dunkle bzw. 350 g Milch– oder weiße Scho­ko­lade erge­ben eine sehr feste Gana­che, die geschnit­ten wer­den kann.
  • 100 g Sahne und 200 g dunkle bzw. 250 g weiße oder Milch­scho­ko­lade erge­ben eine mit­tel­feste Masse, die sich zum Auf­dres­sie­ren (Auf­sprit­zen mit einer Spritz­tülle) z. B. als Trüf­fel­fül­lung eig­net. Zum Auf­dres­sie­ren auf Kuchen­bö­den redu­ziert man die Ver­hält­nis­dif­fe­renz weiter.
  • Zum Fül­len von Hohl­kör­pern benö­tigt man pro 100 g Sahne nur noch 120 g dunkle bzw. 150 g Milch– oder weiße Scho­ko­lade. Die Gana­che ist dann weich.

Für die Wei­ter­ver­ar­bei­tung sollte die Tem­pe­ra­tur der Gana­che unter dem Schmelz­punkt von Scho­ko­lade (26°C) lie­gen. Soll die Gana­che auf­dres­siert wer­den, lässt man sie auf Raum­tem­pe­ra­tur abkühlen.

Die Halt­bar­keit einer Gana­che hängt vom Scho­ko­la­den­an­teil der Masse ab. Um sie zu ver­län­gern und gleich­zei­tig das Aus­kris­tal­li­sie­ren des Zuckers zu ver­hin­dern, kön­nen der Gana­che Feuch­tig­keits­sta­bi­li­sa­to­ren wie Glu­cose, Invert­zu­cker oder Sor­bi­tol zuge­fügt werden.

Hin­weise zum Aromatisieren

Aro­ma­ti­siert man die Creme mit Spi­ri­tuo­sen, muss der Scho­ko­la­den­an­teil ange­passt wer­den, um die gewünschte Fes­tig­keit zu erhal­ten, und zwar fol­gen­der­ma­ßen: man fügt an Kuver­türe zusätz­lich das dop­pelte Gewicht der Spi­ri­tuose hinzu. Gene­rell kön­nen der Sahne-Schokoladenmasse 15 bis 20% Likör und 5 bis 10% Brannt­wein beige­mischt werden.

Auch mit Tee lässt sich eine Gana­che geschmack­lich vari­ie­ren. Dazu gibt man Tee­blät­ter in die kochende Sahne und lässt diese kurz zie­hen. Anschlie­ßend gießt man die Sahne durch ein Sieb auf die Scho­ko­lade und arbei­tet man nach nor­ma­ler Rezep­tur weiter.

Wer die Süße der Masse abwan­deln will, kann 15 bis 20% Honig unter­mi­schen. Um die gewünschte Kon­sis­tenz zu erzie­len, muss auch hier ein Scho­ko­la­den­aus­gleich statt­fin­den. Man fügt der Gana­che an zusätz­li­cher Kuver­türe unge­fähr die Hälfte des Honig­ge­wich­tes bei, außer­dem ein Drit­tel des Honig­ge­wich­tes an Butter.

But­ter­ga­na­che

Bei die­ser Spiel­art der Gana­che wird die Sahne durch But­ter ersetzt. Die But­ter wird schau­mig gerührt, die Kuver­türe geschmol­zen und lang­sam über die But­ter gegos­sen, dann wird die Masse glatt gerührt. Für die Kon­sis­tenz einer But­ter­ga­na­che gel­ten fol­gende Verhältnisregeln:

  • Zum Fül­len von Hohl­kör­pern nimmt man But­ter und dunkle Scho­ko­lade im Ver­hält­nis von 1:1, für weiße oder Milch­scho­ko­lade braucht man ein­ein­halb­mal soviel Scho­ko­lade wie Butter.
  • Zum Auf­dres­sie­ren oder für die Schich­ten einer Schnitt­pra­line benö­tigt man dop­pelt soviel dunkle Scho­ko­lade wie But­ter. Benutzt man weiße oder Milch­scho­ko­lade, braucht man für 100 g But­ter 250 g Schokolade.

Puder­zu­cker oder Fon­dant kön­nen die Masse sta­bi­li­sie­ren. Zugabe von Spi­ri­tuo­sen muss wie­derum durch zusätz­li­che Kuver­türe aus­ge­gli­chen werden.

Namens­drein­gabe

Das Wort „gana­che“ bedeu­tet auf Fran­zö­sisch eigent­lich soviel wie „Dumm­kopf“ oder „Narr“. Natür­lich lie­fert die Küchen­his­to­rie hierzu die pas­sende Anek­dote: Ein unbe­dach­ter Lehr­ling goss heiße Milch in die Scho­ko­lade. Sein Meis­ter schimpfte ihn dar­auf­hin „gana­che“. Als man fest­stellte, dass die Mischung nicht etwa müll­ei­mer­taug­lich, son­dern äußerst genieß­bar war, führte man sie kur­zer­hand unter dem Namen, der in ihrer Ent­ste­hungs­mi­nute geru­fen wor­den war, als Patis­se­rie­pro­dukt ein.

11. Juli 2007
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