
Bei uns wird Curry zumeist als Bezeichnung für eine Gewürzmischung verwendet, die aber korrekt Masala (= Mischung) heißen müsste.
In Indien ist „Curry“ schlicht und einfach das Wort für „Sauce“ bzw. „Gericht mit Sauce“, entstanden aus „kaari“ bzw. „kaaree“, jeweils traditionellen Gerichten der Tamilen (kaari) und der Brahmanen (kaaree). Der Begriff „Curry“ in der uns geläufigen Schreibweise entstand vermutlich während der Kolonialzeit durch die Engländer, die kaari/kaaree nach ihrem Sprachverständnis schrieben und in der Folge auf alle indischen Gerichte mit Sauce anwendeten.
Und um noch mit einem weiteren Missverständnis aufzuräumen: feststehende Mischungen und gar vorgefertigte Pulver oder Pasten gab es traditionell nicht in Indien. Sie wurden (angeblich in Madras) erfunden zur Versorgung von nach England heimgekehrten Engländern, die nach den geliebten Currys „süchtig“ waren (nicht umsonst gibt es immer noch die meisten und besten indischen Restaurants in England). Inder stehen Currypulvern und -pasten übrigens nicht minder skeptisch gegenüber wie wir Fast Food und Convenience-Produkten. Noch heute stellen indische Hausfrauen, die etwas auf sich halten, ihr „masala“ für jede Mahlzeit frisch her – aber leider ist mit zunehmendem Fortschritt auch hier die Tendenz abnehmend.
Ausdrücklich sei gewarnt vor der in Supermärkten angebotenen und lediglich als „Curry“ ausgezeichneten (Gewürz-)mischung!!! Das Zeug hat nichts, aber auch gar nichts mit Curry zu tun – also lieber Finger weg! Das kann einem den Spaß an Currys nur verderben. Interessanter ist da schon, sich mal bei Spitzenköchen umzusehen – einige bieten (auch im Internet) die Klassiker, eigene Mischungen und eigene Interpretationen von Klassikern an.
Und gleich noch was: Schauen Sie sich die Ingredienzien (Zutaten) an! Sie sind immer abnehmend in der Reihenfolge ihres Anteils aufgelistet. Je mehr also von teuren Sachen weit oben stehen, desto besser...
In Indien versteht man unter Curry Fleisch-, Fisch-, oder Gemüsegerichte mit Sauce, die mit Reis oder Fladen-Brot (Nan, Roti, Chapati) gegessen werden. Die Currys werden mit Masala gewürzt und erhalten ihren Namen aus einer Kombination der Hauptzutat und des Masala (z. B. „Lamb Vindaloo“ oder „Chicken Tikka Masala“, genausogut kann es aber auch „Chicken Vindaloo“ und „Lamb Tikka Masala“ sein... – die Kombination machts).
Thai-Currys sind nicht weniger scharf als die indischen, schmecken ansonsten aber deutlich anders. Charakteristische Zutaten sind hier Chilis, Kokosmilch, Zitronenblätter und Zitronengras sowie Garnelenpaste (Terasi) und Tamarindenmark. Thai-Curry Paste, die zur Zubereitung verwendet wird, ist zumeist grün, gelb oder rot, abhängig von den Chilischoten, die darin verarbeitet wurden.
Japanische Currys sind vor allem Halbfertiggerichte. Die Curryblöcke, das sind Saucenmixe, die Pulver (meist in 3 Schärfestufen erhältlich) und Binder enthalten. Die Blöcke werden meist für 5 Personen/Packung verkauft und erinnern vom Aussehen her an Schokolade, sind jedoch gelblich-grünlich in der Farbe. Curry ist in Japan sehr verbreitet und populär. Curry gilt in Japan als westliches Gericht, da es über den Briten von Indien nach Japan kam. Es wird meistens als "Kare raisu" als Curryreis serviert. Schüssel wird zur Hälfte (rechts oder links) mit Reis und zur anderen mit Curry gefüllt. Dazu serviert man Pickles. Gegessen wird das ganze in Japan mit dem Löffel.