Meursault

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Ein Teller von Dieter Biesler: Leipziger Allerlei

Dieter Biesler war einer der stillen Stars des deutschen Küchenwunders in den 1980er-Jahren. Seine Art, den wohlverdienten Ruhestand zu genießen, heißt: Kochen. Besonders gern tut er das im zu einer Profiküche umgebauten Keller eines Freundes. Dort bereitet er uns Leipziger Allerlei und spricht über sein Leben

Kleiner Vogel mit Sirup

Oma hat den ganzen Tag gearbeitet. Oma hatte die Hosen an. Opa war nett. Unverbogen, ein bisschen so wie ich. Sie haben fürsorglich miteinander gelebt. Opa hat morgens um fünf die Schuhe geputzt und Kaffee gekocht; pünktlich um acht Uhr abends sind sie zusammen ins Etagenbett gegangen. Sehr gut kochen konnte sie und Wurst machen, denn sie war vor der Heirat in Stellung gewesen. Wir waren geflüchtet und arm und erfinderisch. An besonderen Tagen für uns Kinder haben wir Kreude gekocht. Einen Sirup aus Rüben, der aufs Brot kam. Es gab auch viel Backobst und Kompott, das ich nicht mochte, weil es durch die Kartoffelstärke so schlemperig wurde. Meine Schwester Christel hat sich eher an den Würmern in den Pflaumen und Himbeeren gestört

Hähnchenherzen-Ragout

Viel Geschmack auf dem schnellen Teller: mit zarten Hähnchenherzen in einer dunklen Sauce, die direkt in der Pfanne entsteht, fein abgeschmeckt mit Portwein und Estragon.

Wantan-Suppe Dekonstruiert

In der Kulinarik ist die Dekonstruktion, das Auseinandernehmen und Verändern klassischer Rezepte, ein sehr praktisches Erbe der sogenannten molekularen Küche: Am Beispiel der Wantan-Suppe zeigt sich, dass es viel schneller geht, wenn Wantan-Teig und Hackfüllung getrennt voneinander gegart und serviert werden.