Wer hier fremd ist, wird gegessen!

Nicht erst seit der Globalisierung bringen Menschen Tiere und Pflanzen in ­völlig neue Lebensräume. Ohne natürliche ­Feinde gedeihen manche von ihnen über die Maßen gut – zu Lasten einheimischer ­Arten. In Großbritannien versucht man, sich dieses Problems mit einer einfachen Maßnahme zu erwehren: Man isst die Fremden einfach auf.

 
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Auf der Pirsch nach dem Chinesischen Muntjak-Hirsch

Ein Grauhörnchen sitzt vor meiner Terrassentür und starrt mich durch die Scheibe an. Es sitzt da, weil es ebenso wie eine ganze Bande anderer Nager herausgefunden hat, dass ich mich leicht erweichen lasse und es füttere. Wie die Hörnchen in den Londoner Parks, die Touristen dadurch beglücken, dass sie ihnen aus der Hand fressen, haben meine Hörnchen erkannt, dass sie sich nicht groß anstrengen müssen, um an eine Mahlzeit zu kommen. Was sie nicht wissen, ist, dass ihr Auftauchen ihren freundlichen Wohltäter in ein moralisches Dilemma stürzt.
Grauhörnchen (wissenschaftl. Sciurus carolinensis) sind eine eingewanderte Tierart und haben, so ist von vielen Seiten zu hören, die Population des heimischen Eichhörnchens (Sciurus vulgaris) fast vollständig ausgelöscht. Schenkt man der erzpopulistischen Daily Mail Glauben, so ist überhaupt das gesamte Vereinigte Königreich durch Invasoren bedroht: illegale Einwanderer, Zigeuner, Tiere. Alles Schnorrer. Wie nun genau das Hörnchen in diese Reihe passt, erklärt sich sowohl aus der speziellen Haltung der Briten gegenüber Tieren als auch dem britischen Verständnis von Ausland. Das britische Ministerium für Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft, Defra, jedenfalls schätzt den Schaden für Großbritannien durch sogenannte invasive Arten auf rund 1,7 Milliarden Pfund (etwas über 2 Milliarden Euro). Dank einer ungewöhnlichen Idee, die den neuentdeckten britischen Appetit stillt und einen kaum verhohlenen Patriotismus befriedigt, könnte es den Schädlingen nun an der Kragen gehen. Wir könnten sie einfach essen.
Das Hörnchen starrt noch immer. Ich muss wegsehen.

Auf einem hölzernen Ruderboot auf einem kalten Fluss in Oxford unternimmt ein fremder Eindringling einen gewagten Fluchtversuch. Wie ein Mini-Godzilla klettert und hievt sich ein Signalkrebs langsam aus einem Plastikeimer und steuert der Freiheit entgegen. Die Hand, die ihn behutsam wieder zurücksetzt, gehört einem Mann um die fünfzig in einer zerschlissenen Wachsjacke. »Ich bin Trapper«, sagt Bob Ring alias Crayfish Bob, »willkommen an Bord!«
Interessant, aber auch recht kompliziert sei sein Leben verlaufen. Vom Kunst- und Filmstudium am Central St. Martins College in den Siebzigern bis zum Film­job für Spezialeffekte in den Achtzigern (»Ich hab Quatermass and the Power of Love gemacht …«) hat er die ganze Zeit »abge­hangen …, mich irgendwie durchgeschlagen« und ist stets sein eigener Herr geblieben. Erstkontakt mit Krebsen hatte er zufällig bei einer Reise nach St. Petersburg. »­Moment mal, dachte ich, gab es in den ­Achtzigern nicht ein Problem mit diesen Viechern? Zu Hause hab ich dann das Umweltamt ange­rufen (mimt ein Telefonat nach): ›Was heißt das, Sie sind sie noch nicht losgeworden … sie sind immer noch da? Was ist denn so schwer daran, man fängt die Dinger und verkauft sie. Das ist doch ein Klacks.‹« Ich fragte mich laut, ob er zu jenem Zeitpunkt irgendwelche Erfahrungen im Tierfang hatte. »Nein«, sagt Bob mit einem Lächeln, »keine.«
Signalkrebse (Pacifastacus leniusculus) sind schauerliche Geschöpfe. Ihr sechs bis zehn Zentimeter langer Körper sieht aus wie ein kleiner gepanzerter Wagen mit gewaltigen Hummerzangen am vorderen Ende. Bob sagt, das damalige britische Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, MAFF, habe sie in den frühen Siebzigerjahren in britische Gewässer eingeführt, um skandinavische Produzenten mit Ware zu versorgen, als deren Bestände von Astacus astacus, dem Edelkrebs oder Europäischen Flusskrebs, durch die sogenannte Krebspest (Aphanomyces astaci) schrumpften. Der Signalkrebs war resistent, doch wusste man damals noch nicht, dass er auch ein Überträger der Krankheit war. Das Projekt wurde im Glauben eingerichtet, britischen Züchtern das Einkommen zu sichern und Druck von den heimischen Beständen zu nehmen, die durch Überfischung und Umweltverschmutzung bedroht waren. Laut britischem Umweltministerium konkurrierte der Amerikaimport nicht nur erfolgreich um Nahrung und Lebensraum mit dem einheimischen Dohlenkrebs, sondern infizierte ihn auch über das Wasser mit der Pilzkrankheit. Innerhalb von dreißig Jahren wurde die einheimische Spezies bis auf wenige intakte Populationen praktisch ausgelöscht. Damit jedoch noch nicht genug: Signalkrebse gelten auch als überaus schädlich für andere Lebensformen im Wasser und ihre Tunnel unterhöhlen die Flussufer in gefährlicher Weise.
»Im Grunde«, sagt Bob unter seinen buschigen Augenbrauen hervor und seine blauen Augen funkeln dabei im fahlen Licht, »bin ich nur eine Art Künstler in der ganzen Geschichte. Es ist ein kreatives Werk, das ich da schaffe, nur eben mit ein bisschen Gewerbe und einem Haufen anderem Zeugs.« Etwas im Darstellungskünstler, im Lebenskünstler Crayfish Bob lässt den 68er-Geist durchblitzen, während er fröhlich einräumt: »Ich bin ein Produkt meiner Generation. Es geht mir nicht nur um den Profit, mein Profit ist das Lächeln in meinem Gesicht … Ich habe immer einen ziemlich alternativen Lebensstil geführt, auch wenn er für mich nicht alternativ ist, denn ich habe ja immer so gelebt … Die meisten Menschen werden sich mit der Zeit untreu … Ich bin mir immer treu geblieben … Ich bin durchs Leben geleitet worden – Schicksal ist etwas Wunderbares. Fünfzig Prozent der Zeit.« Er lächelt erneut. »Ich bin ein alter Hippie.«

Signalkrebs
Der Signalkrebs hat die heimischen Flusskrebse fast völlig verdrängt

Während wir sanft am Ufer entlanggleiten, beugt sich Bob über die Bordwand und beginnt eine Kette einzuholen, an der in Abständen ein halbes Dutzend gelbe Fallen befestigt sind. In jeder davon sitzen mehrere verständlicherweise wütende Flusskrebse gefangen. Das Umweltministerium hat zwar angeregt, dass alle bei der Krebsjagd mitmachen, um so die Bedrohung zu eliminieren, doch es gibt diverse Sicherheitsbestimmungen, denen Folge zu leisten ist. Dazu gehört nicht zuletzt jene, dass, wie bei allem Britischen, eine Lizenz erforderlich ist. »Und das aus gutem Grund. Man muss die richtigen Fallen kaufen, sonst könnten Otter darin landen. Sie müssen so klein sein, dass sich keine Schermäuse hineinmogeln können … die hier sind aus Schweden.« Während er spricht, lässt er weitere der ungeliebten Eindringlinge in zwei schwarze Eimer plumpsen, und nach einer halben Stunde sind beide voll. Das Ganze ist angenehm entspannt. Ein Rhythmus stellt sich ein. Wir paddeln ein paar Meter, Bob setzt mit einem satten Platscher einen Haken ins Wasser und hievt mehr Körbe heraus. Nach ein paar Momenten tauchen mehr Flusskrebse auf, ihre Antennen zucken wild wie hyperaktive Kinder. Die meisten der gefangenen Tiere sind leider große Männchen, die die charmante Angewohnheit haben, ihren Nachwuchs zu verspeisen und so die Population niedrig halten. Sie zu entfernen, könnte die Zahlen sogar in die Höhe treiben. Bob hat damit ein ganz anderes Problem. »Früher war ich jeden Tag auf dem Fluss, aber wenn man die Tiere immer nur fängt, hat man keine Zeit sie auch zu verkaufen, und irgendwo gibt es eine Grenze. Wenn man einen Haufen Flusskrebse zusammen hat, muss man sich überlegen, wie man sie verkauft.«
Bob fischt auf rund hundertfünfzig Kilometer Themse, dazu an verschiedenen anderen Stellen, für die er die Genehmigung besitzt. Er stützt sich auf ein Netzwerk von Anglern, die für ihn auf Fang gehen. Im Sommer bietet er in London zusammen mit dem vietnamesischen Koch Bea Vo traditionell zubereiteten Signalkrebs an – optimal, um das Fleisch zu verwerten und gleichzeitig die Öffentlichkeit aufzuklären –, außerhalb der Saison beliefert er Restaurants und den lukrativen schwedischen Markt.
»Ich versuche, das Problem mit dem Signalkrebs zu beseitigen und darauf ein Geschäft aufzubauen, und dafür muss ich einen Markt schaffen. Ich verbringe eine Menge Zeit damit, die ›Marke‹ Crayfish Bob bekannt zu machen. Der Name kommt da fast noch vor dem Produkt.« Aktuell bietet er Crayfish Bob’s Geräucherte Ente, Crayfish Bob’s Leckereien vom Flussufer und sogar Eiscreme an. »Wenn der Signalkrebs tatsächlich irgendwann verschwindet«, sagt er, »würde dieser Teil des Geschäfts wegfallen, aber ich hoffe, dass ich bis dahin einen so guten Namen und so gute Produkte habe, dass die Marke weiterbesteht …

Signalkrebse
Die Frisur trügt: Crayfish Bob ist im Herzen immer Hippie geblieben.

Bis jetzt macht es mir noch Spaß. Vor drei oder vier Jahren gab es mal den Punkt, da dachte ich, das ist mir alles zu viel, aber ich bin eben stur … und dann hat es sich herumgesprochen und die Medien sind aufmerksam geworden. Dieses Jahr habe ich schon vier Sachen im Fernsehen gemacht: Natural World von der BBC hat mich im Juni besucht, dann gab’s eine Sendung mit dem Titel Food Unwrapped, danach die Hairy Bikers (eine beliebte britische Kochshow) und nächste Woche ziehe ich mit einem Regisseur los, um die gefährdeten Tierarten Großbritanniens zu erkunden.« Diese Sendung wird sich um den einheimischen Dohlenkrebs drehen. »Ich fühle mich geschmeichelt«, sagt er nach einer Pause, »dass die mich da reinnehmen, ohne akademischen Hintergrund, aber irgendwie komme ich mir vor, als hätte ich schon dreimal den Doktor zum Thema Flusskrebs gemacht, nach all den Fragen, die ich dem ­Umweltministerium beantwortet habe … Der akademische Aufwand in Sachen Flusskrebs hat mich, ehrlich gesagt, unbeeindruckt gelassen. Ich habe mich für meine Pläne an Forschungspapiere gehalten – das meiste davon, wie sich herausstellte, blanker Unsinn … Was soll auch dabei herauskommen, wenn sich jemand zwei Minuten mit einer Falle beschäftigt und gar nicht weiß, was er damit fangen kann?« Sein Zorn richtet sich auch gegen den britischen Handel, der den Großteil der Flusskrebse aus China bezieht und sie in Großbritannien lediglich wäscht, um sie als Hergestellt in Großbritannien deklarieren zu können. Laut eines Berichts des Guardian aus dem letzten Jahr verkauft allein die britische Fastfoodkette Pret-a-Manger 1500 Tonnen Flusskrebse im Jahr, darunter etwas über eine Million ihrer Flusskrebs-Sandwiches zu 3,25 Pfund (rund 4 Euro). Bob lehnt die chinesischen Importe als »kommerziell gezüchtet und bedenklich behandelt« ab.
Als wir die Schleuse erreichen, werden Bobs Gedanken ganz pragmatisch. »Sie schmecken wirklich gut … Ich mag sie mit Bordeaux – man dreht den Schwanz ein bisschen, zieht den Darm heraus und kocht sie im Wein. Wunderbar.« Als ein weiteres männliches Exemplar versucht, in die Freiheit zu entwischen, fährt Bob etwas wehmütig fort: »Mir wachsen die Flusskrebse immer mehr ans Herz. Sie sind richtige Persönlichkeiten. Manchmal sind ein paar Farbvarianten dabei, relativ häufig gibt es bläuliche. Ich hab einen, der ist hellgelb, er ist toll, den hab ich behalten. Den großen gebe ich meistens Namen; wenn es ein großes Weibchen ist, dann Lucy, große Männchen heißen Eric.« Er kichert. »Ich nenne sie nach meinen Nachbarn, die ich nicht sehr mag …«
Wie ein lässiger Eisläufer gleitet der Geländewagen elegant auf dem durchweichten Gelände zur Seite. Er folgt der Richtung des stechenden Regens. Es ist das zweitnasseste Jahr in der britischen Wettergeschichte und die Tiere halten sich wohlweißlich verborgen.
»Ich liebe Hirsche. Es sind erstaunliche Tiere und ich fühle mich als ihr großer Beschützer, was ein bisschen merkwürdig ist, weil ich wahrscheinlich ihr schlimmster Feind bin …« Mike Robinson, Koch und Hirschjäger, steuert unter Flüchen durch den Morast, während sein Hund Sassy, eine Kreuzung aus Belgischem Schäferhund und schwarzem Labrador, vom Rücksitz mein Ohr abschnüffelt. »Muntjak? Wenn ich einen sehe, schieße ich auch …«
Wir sind in Berkshire, einer schmalen, langgestreckten Grafschaft westlich von London, in der Robinson aufgewachsen ist. Die Heimat von Windsor Castle und alteingesessenem Adel gilt heute als Börsianer-Gürtel von London, aus dem wohlhabende Pendler jeden Tag in die Hauptstadt fahren. Robinson, Sohn eines Flugpiloten und einer Ballerina, strahlt jenen englischen Landglamour aus, der von einem Leben an frischer Luft herrührt.

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Unverdrossen bietet der dreiundvierzigjährige erfolgreiche Geschäftsmann dem Lenkrad und der nass strömenden Kälte die Stirn. Er hat vier Areale auf privaten Anwesen gepachtet, für die er die Jagdrechte besitzt. »Auf dem Pachtschein steht mein Name und ich bin dafür verantwortlich, dass die Hirsche geschossen werden.
Ich habe einen guten Ruf als Hirschschütze, nicht wie die Typen, die aus London ein paar Mal im Jahr herkommen. Ich schieße im Durchschnitt an drei Tagen in der Woche, das muss ich. Aber wenn das Wetter zehn oder zwölf Wochen so nass ist wie jetzt, ist an Schießen nicht zu denken. Die weiblichen Tiere können nicht getötet werden, und das addiert sich. Es gibt dann mehr Kühe als Böcke. Und wenn wir die Hirsche nicht erlegen, könnten die Landbesitzer und Pachtbauern, die hier zum Teil schon seit Generationen ansässig sind, womöglich auf Schadenersatz wegen Ertragsverlusten klagen. Als ich vor vier Jahren auf dieses Anwesen kam, stieß ich an einer Ecke auf eine Gruppe von über dreihundert dieser hundert Kilogramm schweren Tiere – das sind dreißig Tonnen Fleisch … Wir schießen nicht wegen der Geweihe. Ich kontrolliere den Bestand zum Wohl der Herde und zum Wohl der Bauern. Jeder Hirsch, den ich schieße«, sagt er ruhig, »wird in meinem Restaurant gegessen.«
Feuchte Zweige bersten knackend unter unseren Füßen wie kleine Geschosse, während wir durch den Wald schleichen. Plötzlich brechen vier Rehe aus dem Dickicht hervor. Eine Ricke, zwei Kitze und ein großer Bock haben uns gewittert und suchen in großem Bogen das Weite. Ein gezielter Schuss ist nicht möglich und Robinsons Gewehr bleibt gesenkt. In Großbritannien darf nur auf stehendes Wild geschossen werden. Die Rehe bleiben die einzige Beute, die wir in den nächsten Stunden zu Gesicht bekommen, aber Robinson weist mich auf zahllose Muntjak-Spuren im Schlamm hin. Irgendwie kann er aus den feuchten, braunen Hieroglyphen herauslesen, dass hier eine Mutter mit ihrem Kitz unterwegs sein muss. – »Wahrscheinlich beobachten sie uns gerade.« Der Chinesische Muntjak (Muntiacus reevesi), auch Bellhirsch genannt, ist eigentlich in China und Taiwan heimisch. Der Herzog von Bedford brachte einige Exemplare 1894 als Kuriosität auf sein Anwesen. Nach erfolgreichen Fluchtanstrengungen und Befreiungsaktionen durch den Menschen (unter anderem 1921 aus dem Zoo Whipsnade) haben sie sich, bar irgendwelcher natürlicher Feinde, über einen Großteil Südenglands verbreitet. Muntjaks sind die älteste, aber wahrscheinlich auch die am wenigsten erforschte Hirschgattung. Es sind kleine, gedrungene Tiere, die als Einzelgänger leben: rotbraun im Sommer, graubraun im Winter. Für Robinson sind sie ein »Ärgernis«, das sich hauptsächlich dank der milderen Winter in den letzten zwanzig Jahren derart massiv ausbreiten konnte. »Es sind eigentlich Tiere der Tropen, und in einem milden Winter überleben vielleicht fünfzig Prozent mehr Jungtiere.« Es sind »unberechenbare kleine Biester … Einzelgänger. Ihre Wanderbewegungen lassen sich unmöglich vorhersagen, und wenn einem einer vors Gewehr läuft, dann drückt man ab.« Er schätzt, dass er nur dreißig im Jahr erwischt, und die auch nur durch zufällige Begegnungen.
Während wir mit Sassy an unserer Seite durch das trüb-silbrige Licht trotten, erläutert Robinson die Lage. »Die Jagd auf Hirsche ist streng reglementiert, ausgenommen Muntjaks (für die es keine Saison gibt und die sich das ganze Jahr über fortpflanzen). Wenn ich aber einem Muntjak-Weibchen begegne, das von einem Männchen umworben wird oder ein Jungtier bei sich hat, dann schieße ich nicht. Das Junge ist ja abhängig von ihr, man will die Tiere ja nicht zu Waisen machen. Aber der einzige Weg, die Hirschpopulation im Griff zu behalten, ist, die weiblichen Tiere zu erlegen – und wir haben einfach zu viele Hirsche.«
Die Muntjakherden, die fünfzig bis sechzig Tiere umfassen, können erhebliche Flurschäden verursachen. Auf ihr Konto gehen, wie neuere Forschungen belegen, jedoch nicht nur ein paar abgeknabberte Rosenstöcke in Vorstadtgärten. Mark Avery, einer der renommiertesten Naturforscher Großbritanniens, beruft sich auf Untersuchungen der Universität Oxford, nach denen die Muntjaks den Charakter der Wälder im Süden Englands verändern. »Sie fressen das Gebüsch und vielleicht sind sie auch für den Rückgang von Waldbewohnern wie Sumpf- und Weidenmeise verantwortlich …« Der wirtschaftliche Schaden, den Muntjaks in der Landwirtschaft anrichten, mag gering sein, dafür sind sie Verursacher zahlreicher Verkehrsunfälle. Aus einer aktuellen Studie der Stiftung zum Schutz bedrohter Tierarten in Großbritannien, des People’s Trust for Endangered Species, geht hervor, dass die kleinen Hirsche jedes Jahr Sach- und Personenschäden in Höhe von 10 Millionen Pfund (12 Millionen Euro) anhäufen.
Während der Regen sich wie Nadelstiche in unsere Gesichter brennt, gehen wir zurück zum Wagen. »Egal wie das Wetter ist, raus muss ich trotzdem«, sagt Robinson. »Es ist mein Einsatz für das Land und das Restaurant … eine Verantwortung für die Landschaft.« Bei einem Kaffee im Pot Kiln, dem Gastro-Pub, in dem Mike Robinson als Teenager sein Bier trank und den er vor zehn Jahren gekauft hat (sein zweiter, das Harwood Arms in London, ist der einzige Pub Großbritanniens mit einem Michelin-Stern), kommt das Gespräch unweigerlich aufs Schießen. Die britische Art der Hirschjagd ist für ihn etwas ganz Besonderes. »In der Regel sind wir zu Fuß, und wir sagen nicht jagen dazu, wir nennen es pirschen. Das Ganze ist kein großer organisierter Tag, mit Leuten, die das Wild vor sich hertreiben. Jeder ist für sich. Allein. Wir halten nach Hirschen Ausschau und versuchen, sie zu überlisten. Ich denke, das hat etwas mit Fair Play zu tun. Vom Hochsitz könnte man mehr Hirsche schießen, aber das ist mehr eine Übung für Geduld und Treffsicherheit. Hier bin ich Herr über das Land. Ich weiß, dass außer mir niemand da ist.«

Muntjaks sind aufgrund ihrer Größe eine Herausforderung, »sie können aber auch austeilen«. Ihre scharfen Hauer, wie er mir an einem ausgestopften Muntjak-Kopf über der Bar zeigt, können einen Hund töten. »Aber es gibt kaum besseres Hirschfleisch.« Vor Kurzem ist er unter dem Namen Harwood Game auch in den Online-Handel eingestiegen. Das meistverkaufte Produkt: ein ganzer geschlachteter und zerteilter Muntjak. »Alle sind ganz wild darauf: Er ist etwas kleiner und das Fleisch ist süßer, einfach köstlich.« Hirsche sind außerdem »die besten Weidegänger; kein Tier auf dem Planeten wandelt Gras besser in Eiweiß um.« Hirschfleisch, so Robinson, »ist ausgezeichnetes fettarmes Fleisch ohne gesättigtes Fett.« Er betrachtet es als seine Mission, für das Fleisch zu werben. »Wer Wildfleisch in die Nahrungskette der Bevölkerung bringen will, muss zahlreiche Auflagen erfüllen. Als qualifizierter Tierbeschauer kann ich das Tier, das ich geschossen habe, untersuchen, um zu bestätigen, dass es für den Verzehr durch den Menschen geeignet ist und dass es gesund war, als es geschossen wurde.«
Das traditionelle Abhängen hält er allerdings für einen Scheingewinn. »Ich hasse es, Wild abzuhängen – und ich bereite mehr Wild zu als irgendjemand sonst in Großbritannien. Früher hatte Wild einen schlechten Ruf, weil jeder einen schlechten Geruch damit verband, aber das war nur, weil man es zu lange abhängen ließ.«
Der zubereitete Muntjak, der aus der Küche kommt, ist die genaue Antithese zum Hautgout-Klischee. Milder als erwartet, ist das kompakte Fleisch, dunkler und fester als traditionelleres Wildfleisch. Irgendwie ist es dankbarer in der Zubereitung. »Absolut nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen«, strahlt Mike. »Ich hab ein Herz für Tiere – wenn ich schieße, dann auf einen Hirsch, der still dasteht. Peng. Gute Nacht, mein Schatz.«

Squirrel
Das Grauhörnchen macht auch zerlegt noch einen friedlichen Eindruck

Fast könnte man meinen, das Grauhörnchen, das mit sanft aneinandergelegten Pfoten auf der Arbeitsplatte in der Küche von Fergus Drennan liegt, würde schlafen. Unschuldig sieht es allemal aus, doch das kleine tote Wesen steht wie kein anderes im Zentrum einer hitzigen Debatte über tierische Invasoren in Großbritannien.
1876 entließ Thomas Brocklehurst, ein Banker der viktorianischen Zeit, ein Paar amerikanische Grauhörnchen, die er von einer Geschäftsreise mitgebracht hatte, auf seinem Anwesen in Cheshire in die Freiheit. Andere Grundbesitzer, die die Tiere in ihren Gärten gehalten hatten, folgten bald seinem Beispiel. Heute bevölkern über drei Millionen Grauhörnchen einen Großteil der britischen Wälder und drängen das einheimische Eichhörnchen an den Rand der Ausrottung. Die Wissenschaft ist sich einig, dass die Grauen einen Virus in sich tragen, der ihre roten Verwandten im Fall einer Infektion innerhalb einer Woche dahinrafft. Das britische Ministerium für Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft hat vor einigen Monaten die Gesetzeskommission gebeten, die Tiergesetze dahingehend zu überarbeiten, dass Grauhörnchen als Ungeziefer eingestuft und in bestimmten Gegenden ausgerottet werden. Ein mobiler Caterer in London bietet auf Bauernmärkten aktuell (Grau-)Hörnchen-Pie für 6,50 Pfund (7,80 Euro) an, allerdings mit mäßigem Erfolg.
Derweil versuchen einige Umweltschützer und Tierschutzorganisationen zu retten, was zu retten ist, und mutmaßen heimliche Absprachen zwischen Politikern, Forstwirtschaft, Jägern und Landwirtschaftsverbänden. Laut Animal Action seien beide Hörnchenarten zu bestimmten Zeiten in der Vergangenheit als Baumratten dämonisiert worden, außerdem hätten aktuelle Untersuchungen des Londoner Zoos ergeben, dass Eichhörnchen inzwischen Zeichen von Immunität gegenüber dem von Grauhörnchen übertragenen Virus zeigen.
Gefangen zwischen den beiden Polen oszillieren die Emotionen der britischen Öffentlichkeit. Tatsächlich scheint die Tierliebe der Briten mitunter stärker zu sein als ihre Liebe zu Mitmenschen. Mit der frühen Industrialisierung und Urbanisierung sind Tiere als Teil des Alltags aus dem Leben der meisten Briten verschwunden und kommen nur noch als Haustiere vor. Abgesondert von der Nahrungskette hat das, was auf dem Teller landet, wenig mit jenen Geschöpfen aus der Welt einer Beatrix Potter zu tun, von denen wir glauben, sie würden unsere idyllische Landschaft bevölkern. Solch urbane Sentimentalität dürfte dem Großteil Europas unbekannt sein, sind dort doch noch viele Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt.

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All dies kümmert Fergus Drennan nur wenig, während er ein sehr scharfes Messer über den toten Tierkörper hält. Die Fenster sind geöffnet und Papier flattert in seinem mit Büchern über Naturgeschichte, Pflanzen und Buddhismus gefüllten Wintergarten umher. Unaufgeräumt, aber beruhigend friedlich ist es. Nicht er, betont er, sei für das tote Nagetier verantwortlich, sondern ein unglückliches Zusammentreffen mit einem Auto. Unser Hörnchen ist Verkehrsopfer und Fergus ist Sammler – und dazu Großbritanniens berühmtester. »Am Ende des Jahres möchte ich eine kom­plette Garderobe aus Fellen überfahrener Tiere haben«, sagt er, das blut­befleckte Messer schwenkend. Er beginnt zu schneiden und ein Blutstropfen läuft aus der Nase des Hörnchens. Ich trete einen Schritt zurück.
»Angefangen zu sammeln hab ich mit drei oder vier«, erzählt Drennan. Angeregt von der Siebzigerjahre-Fernsehserie „Die Wombles“ ging er in die Natur und suchte nach essbaren Wildpflanzen für seine Schildkröte, und jedes Fahrrad, mit dem er im Lauf der Jahre unterwegs war, war irgendwann aus aufgelesenen Reifen zusammengeflickt. Ein paar Jahre machte er eine Kochausbildung, konnte es aber »absolut nicht aushalten« und beschloss, auf Reisen zu gehen und zu überlegen, wie sich am besten ein »ethisches grünes Leben« führen ließe. Am Ende landete er in einem chinesischen Tempel, wo er Englischunterricht gab und »über Dinge nachdachte«. Nach seiner Rückkehr gründete er ein Unternehmen, das anfänglich ein örtliches Restaurant mit Pilzen, Kräutern und allen möglichen pflanzlichen Zutaten aus der Natur versorgte und sich zum Lieferanten für Jamie Oliver und The Ivy entwickelte. Nach einem Jahr hatte er genug. »Ich hab’s absolut gehasst. Das Schöne am Suchen und Sammeln von Nahrung ist ja, dass es etwas sehr Spielerisches, Spontanes und sehr Meditatives hat. Es hat auch etwas ziemlich Rebellisches und das passt nicht so gut zu einem Montagmorgen, an dem man diverse Köche anrufen und fragen muss, was sie benötigen. Ich wollte damit einfach nichts zu tun haben. Dazu kam, dass das Ganze nichts mehr mit Nachhaltigkeit zu tun hatte, angesichts der geringen Größe unseres Landes und der Unersättlichkeit der Köche, insbesondere seit Köche wie René Redzepi (Küchenchef im Noma) aus Kopenhagen so angesagt sind. Das Sammeln von Nahrung ist im Grunde nachhaltig, aber es kann nicht eine ganze Branche versorgen.« Drennan stieg aus, setzte seine Arbeit aber in sehr erfolgreichen Kursen über das Sammeln fort, die ihn (unweigerlich) zum Fernsehen führten. Der Fernsehjob ermöglicht es ihm, »von März bis November zu arbeiten und den ganzen Winter freizuhaben, um zu lesen, nachzudenken und Freunde zu treffen«. Überfahrene Tiere zu essen, ergab sich eher zufällig. Drennan erzählt, dass er bis zweiundzwanzig mit »einer ziemlich fanatischen Vegetarierin« zusammen war. »Ich war sehr stur und aß weiter Fleisch, aber – ungelogen – eine Woche, nachdem wir uns getrennt hatten, erhörte ich ihre ständigen Predigten« – und er hörte auf, Fleisch zu essen. »Das Problem war, dass ich am Tag fünfzig Kilometer mit dem Rad unterwegs war, was mich ziemlich anstrengte. Mit der üblichen Mahlzeit aus Fleisch und zwei Gemüsen am Tag ist das kein großes Ding, wenn man aber Vegetarier ist, muss man sich schon Gedanken machen. Durch die viele Fahrerei war ich ausgelaugt, und dann eines Tages sprang ich über einen Zaun, weil ich pinkeln musste, und stieß auf einen Fasan mit einem gebrochenen Flügel. Ich musste seinem Leiden ein Ende bereiten. Also drehte ich ihm den Hals um, und als ich gerade wieder gehen wollte, sagte ich mir, ›Den könnte man doch auch essen‹ – gesagt, getan. Erfüllt von neuer Energie dachte ich am nächsten Tag, ›Mein Gott, das ist die Lösung‹. Von da an ging es nur bergauf.« Heute sammelt Drennan Fasane, Hörnchen, Dachse, Füchse und »­alles in wirklich gutem Zustand« auf.
Hörnchen bereitet er am liebsten am Spieß zu, »heute lasse ich es aber ein paar Stunden im Topf mit etwas Wintergemüse schmoren«. Überfahrene Tiere, überlege ich, wären zwar als dauerhafte und zuverlässige Methode, Schädlinge zu vertilgen, wenig praktikabel, aber das Ganze erinnert ein wenig an die Fähigkeit früher Jäger und Sammler, ab und zu an ein Stück Fleisch zu kommen. »Da drin«, sagt er und zeigt auf seinen Gefrierschrank, »habe ich Hase, Reh, Dachs und Fuchs.«
Beim Thema Schädlinge, denkt Drennan mehr an Pflanzen (seit über fünfzehn Jahre sammelt und bereitet er den aggressiven eingeschleppten Japanischen Staudenknöterich zu) und da sofort an das sogenannte Eschentriebsterben. »Schuld daran ist der globale Handel mit Pflanzen, denn dieser Pilz (Chalara fraxinea) schlummerte viele Jahre vor sich hin. In Ökosystemen mit einer hohen Biodiversität fungieren die Pilze als Schutz und können Krankheiten in Schach halten. Nimmt man sie jedoch aus diesem Ökosystem heraus und führt sie irgendwo ein, wo sie nicht Tausende Jahre Zeit hatten, ein Gleichgewicht mit anderen Lebensformen zu bilden, dann hat man ein massives Problem.« Der aktuellen Lust am Abschlachten kann Drennan aber nichts abgewinnen. »Ich würde auch ein rotes Eichhörnchen essen, wenn mir ein überfahrenes auf der Straße unterkommt. Den Versuch, das Grauhörnchen auszurotten, halte ich für Speziesismus. Das ist wie bei Knut dem Großen, der der Flut befiehlt, zurückzuweichen, wo doch die größte Bedrohung für die Arten der Verlust von Lebensraum ist und nicht der vermeintliche Erhalt dieses Lebensraums in einem künstlich jnugfräulichen Zustand. Wir müssen endlich aufhören, die Landschaft zuzubetonieren.«

Squirrel
Geschmort ergibt ein Hörnchen eine Mahlzeit

Nach einigen Stunden serviert Drennan das Hörnchen und ich bin beim Anblick des blassen Fleischs verblüfft, wie klein so ein Hörnchen unter all dem Pelz ist. »Wenn Journalisten über Hörnchenfleisch schreiben, dass sie gegessen haben«, sagt Drennan, »behaupten sie immer, es schmecke entfernt nach Nüssen – absoluter Quatsch!« Ich stimme ihm zu. Der Geschmack des Fleischs bewegt sich irgendwo zwischen dem dunklen Fleisch einer Truthahnkeule und einem Lamm. Ein bisschen schmeckt es nach Wild, mehr als ich erwartet hatte, und der einzige Teil mit wirklich Fleisch dran, sind die Beine. Ich bin mir mit Drennan einig, dass es eine starke Sauce vertragen könnte – süß vielleicht –, eine, die den fast hasigen Geschmack aufhebt.
Der Kampf gegen die Probleme durch nichteinheimische Arten war ein zentraler Punkt in der Biodiversitätskonvention der Rio-Konferenz 1992. Professor Charles R. Warren von der Universität St. Andrews schrieb dazu: »Der Wunsch, sich gegen das Fremde zu wehren und das Heimische zu fördern, ist unterschiedlich motiviert – wirtschaftlich, moralisch und ästhetisch.« Nur scheint sich erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts »die Sorge um die Unversehrtheit einheimischer Arten auf breiter Ebene gebildet zu haben«. Doch da hatte der Mensch bereits seit Jahrtausenden Arten hin und her verfrachtet – »koloniale Eroberungen waren unweigerlich von ›ökologischem Imperialismus‹ begleitet« (Alfred W. Crosby, The Columbian Exchange; biological and cultural consequences of 1482).
Der moderne Mensch als Spezies hat sich den Mythos einer ursprünglichen Umgebung erschaffen – die Aborigines in Australien glauben, dass der Wert einer Art in ihrer Fähigkeit liegt, in jeder und nicht nur ihrer ursprünglichen Umgebung zu gedeihen. Oder, um es mit einem klugen lateinischen Sprichwort zu sagen: tandem aliquando invasores fiunt vernaculi – mit der Zeit werden Einwanderer zu Einheimischen. Als deutliche Warnung an jene, die auf die Idee kommen könnten, Tiere zu töten, die sie als fremde Eindringlinge betrachten, musste sich Raymond Elliot, ein Fensterputzer aus Staffordshire, 2010 als erster Bürger in Großbritannien vor einem Gericht wegen zugefügten Schadens an einem nichteinheimischen Tier verantworten. Er hatte zugegeben, ein Grauhörnchen ertränkt und es dadurch »unnötig gequält« zu haben, nachdem es Futter aus seinem Vogelhäuschen gestohlen hatte.
»Menschen haben gerne einen Feind«, sagte der Ökologe Mark David letztes Jahr dem Magazin Wired. »Den Leuten wurde das nativistische Paradigma verkauft ›einheimische Arten sind gut, nichteinheimische Arten sind schlecht‹.« Eine Suppe moralischer Überheblichkeit. Der beliebte britische Naturforscher Chris Peckham sagte in einem Guardian-Interview, jene, die insbesondere das Grauhörnchen ausrotten wollen, seien eine »kleine Gruppe Irrer … verblendet von gefühlsduseligem Rassismus…Wenn die Grauhörnchen verschwinden müssen, dann müssen auch alle Hasen und Kaninchen und etliches andere weg«. Wesentlich sinnvoller wäre es, sich auf Arten zu konzentrieren, die nachweislich schädliche Auswirkungen nicht nur auf andere Arten, sondern auch auf die natürliche Umgebung haben (wie etwa der Signalkrebs), anstatt mit aller Gewalt Kreaturen zu meucheln, die lediglich ein Ärgernis sind. All dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass wir in einer Zeit leben, die vielleicht einmal Anthropozän genannt werden wird. Geprägt hat den Begriff der Nobelpreisträger Paul Crutzen, um damit auszudrücken, dass der Mensch im frühen 21. Jahrhundert die treibende Kraft der Natur auf dem Planeten ist. Die Biosphäre selbst wird zu einem menschlichen Produkt. Alle Geschöpfe um uns herum, ob wir sie nun Freund oder Feind nennen, leben heute unter der Herrschaft des Menschen.

Wieder kratzt das Hörnchen am Glas. Es hat gelernt, dass Futter naht, wenn es mich sieht, und stellt sich auf die Hinterbeine. Es ist nicht dumm. Wie könnte ich da Nein sagen?

Text & Fotos: Stuart Freedman Übersetzung: Thomas Rach
Aus Effilee #24, Frühling 2013
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