Schlossböckelheimer Riesling QbA 2009

Gut Hermannsberg – Schlossböckelheimer Riesling QbA 2009 – Niederhausen/Nahe

 
Sebastian Bordthäuser schreibt über Wein, Sake und Cocktails und ist Sommelier in Steinheuers Restaurant
Sebastian Bordthäuser schreibt über Wein, Sake und Cocktails und ist Sommelier in Steinheuers Restaurant

A house where nobody lives ist ein Song von Tom Waits, der mir öfter in den Sinn kam, wenn ich etwas von der preußischen Gutsverwaltung Niederhausen Schlossböckelheim probiert habe. Als dies noch Staatswein­domäne war, habe ich die Weine oft nur verkostet, um das nahende Ende des Tunnels zu schmecken. 2009 kam es, jetzt weht hier neuer Wind

Das neue Team unter Karsten Peter (Keller), Sommelier-Urgestein Oliver Müller (Geschäftsführer) und Jens Riedel (Inhaber) legt beeindruckenden Willen an den Tag. Viel kann innerhalb eines Jahres an den gegebenen Voraussetzungen wie den Reben und Böden nicht verändert werden. Doch ungeachtet dessen hat die neue Entourage mit denselben Anlagen, mit denen die ehemalige Gutsverwaltung eher Schmunzelwasser bereitete, einen beachtenswerten Wein geschaffen.

Die Trauben stammen ausschließlich aus der Kupfergrube. Feine Frucht gepaart mit drahtiger Säure und einer vom Porphyr geschliffenen Mineralik sorgen für einen Wein, der trotz beachtlicher 13 Prozent Alkohol beschwingt die Kehle hinabfließt. Die Klassifizierung ist klar gegliedert in Gutsriesling, Ortsriesling, die Steinterrassen und die Großen Gewächse. Und nach der schmeckbaren Zäsur schon bei diesem Ortsriesling steigt die Freude auf das, was die nächsten Jahre noch kommen mag. Während ich darauf warte, schmiere ich mir in aller Bescheidenheit Rohmilchbutter aufs Roggenbrot und schenke noch mal nach.

14,50 Euro bei www.smart-wines.de<

Text: Sebastian Bordthäuser

aus Effilee #11, Juli/August 2010

Aus Effilee #11, Jul/Aug 2010
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