Lo Sang del Païs 2007

Domaine du Cros – Lo Sang del Païs 2007 – Marcillac, Frankreich

 
Axel Biesler ist gelernter Winzer und Sommelier. Er lebt, schreibt und trinkt in Köln. www.diewein.de

Unweit der mit etwa 150 Hektar geradezu niedlichen Appellation Marcillac wurde einmal Bergbau betrieben: Das pittoreske Anbaugebiet schmiegt sich an die südwestlichen Ausläufer des Zentralmassivs. Seine Weinberge reichen hinauf bis auf 400 Meter und sind überwiegend steil. Regen fällt manchmal mehr als reichlich

Weinbau ist hier kein Zuckerschlecken, zumal sich der Ruf des Marcillac-Weins auch heute noch auf den des billigen Zechweins beschränkt. Der ist rot und wird aus der uralten Sorte Fer Servadou gewonnen, hier Mansoi genannt. Dass der Wein den Bergleuten gut geschmeckt hat, ist durchaus nachzuvollziehen, denn er ist in der Regel von sympathisch herber Art und verträgt es daher gut, etwas kühler getrunken zu werden, damals wie heute.
Vor einigen Wochen probierte ich den 2007er der Domaine du Cros als einen unter unzähligen raubeinigen Gewächsen zu Ségala-Kalb mit Morchel-Risotto. Und fand ihn herrlich. Weil es ein Wein war, der nicht nur meinen Gaumen, sondern auch das Gericht erfrischte. Und weil sein Winzer, Philippe Teulier, derart sympathisch und bescheiden war. Zur ungeschminkten Art dieses Weines passt auch das Etikett mit üppigen Weinranken als volkstümlicher Blickfang und rudimentär angedeuteter Rebenlandschaft samt bescheidenem Häuschen im Hintergrund. Ein paar Striche Terroir. Davon, diese furchtlose Ausstattung in Zukunft moderner zu gestalten, kann nur abgeraten werde. Das wäre so, als würde ein Kumpel einen weißen Leinenanzug anziehen, um auf seinem Arschleder untertage zu jagen.

7,80 Euro bei www.weinhalle.de

Text: Axel Biesler

aus Effilee #11, Juli/August 2010

Aus Effilee #11, Jul/Aug 2010
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