2008 Furmint

Kerkaborum – 2008 Furmint – Zalá, Ungarn

 
Mario Scheuer­mann gehört zum Urgestein des deutschen Weinjournalis­mus

Zalá? Wo liegt das? Es ist eines der kleinen, weitgehend unbekannten Gebiete im Westen Ungarns. Hier haben sich drei Jugendfreunde – die prominenten Winzer Dr. László Bussay und Zoltán Heimann sowie der Finanzexperte Dr. Sz. Kis László – den Traum von einem Boutique-Weingut erfüllt. Seit 2000 pflanzen sie auf dem Südhang des Vörcsöki-Berges auf 5 Hektar die beiden weißen Sorten Furmint und Harslevelü in einer terrassierten Lage, die zu Zeiten der k.u.k.-Monarchie unter dem Namen Zichy den Status eines Grand Cru genoss. Das Pflanzmaterial steuerte kein geringerer als István Szepsy aus Tokaj bei.

Die Erträge sind niedrig, sie liegen je nach Jahrgang zwischen 22 und 35 hl/ha. Ausgebaut werden die Weine in traditio­nellen 500-Liter-Fässern, die einfachere Version zwölf Monate, die Reserve sechs bis acht zusätzliche Monate. Sie präsentieren sich mit hinreißendem Duft und mit hochsommerlichen Blumen- und Fruchtaromen wie Quitte, Aprikose und Kochbirne, kombiniert mit feinen rauchigen und mineralischen Noten, bei der Reserve auch Heublumen, Honig und ein Hauch von Vanille. Am Gaumen sind es ausgewogene Weine, einerseits cremig, aber nicht breit, sondern frisch und elegant.

Dabei handelt es sich um ausgesprochen preiswerte Weine. Es gibt aktuell zwei Jahrgänge, den normalen Vörcsöki Furmint des Jahrgangs 2008 (6,50 Euro) und die Reserve des Jahrgangs 2007 (8,90 Euro) bei Ungarisches Weinhaus, Bargen. Für solche Qualitäten bezahlt man aus angesagteren Regionen und Ländern leicht das Doppelte oder Dreifache.

Text: Mario Scheuermann

aus Effilee #11, Juli/August 2010

Aus Effilee #11, Jul/Aug 2010
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