Rüdesheimer ­Drachen­stein Pinot Noir 2016, Weingut Corvers-Kauter, Rheingau, Deutschland

Axel Biesler im November 2018: Natürlich lässt sich dieser Pinot bereits mit Genuss trinken. Doch Geduld zahlt er mit Delikatesse zurück

 

Wenn es im Rheingau ein Weingut gibt, das in letzter Zeit für ordentlich Furore sorgt, dann ist es das Weingut Corvers-Kauter im beschaulichen Oestrich-Winkel. Familie Corvers hat heuer einen echten Coup hingelegt, als sie das Lagenportfolio des Weinguts Langwerth von Simmern langfristig pachten konnte. Mit klangvollen Namen wie Erbacher Marcobrunn oder Rauentaler Baiken werden sich die Corvers gewiss nicht nur schmücken wollen, sondern auch entsprechend große Rieslinge folgen lassen. Die gelingen ihnen schon heute aus den berühmten Rüdesheimer Berglagen ganz vorzüglich.

Nahezu einen Quantensprung legte das Weingut bei ihren Pinots hin, die heute zu den besten der Region zählen. Nach einer dreitägigen Kaltmazeration wird die Maische offen bis zu dreieinhalb Wochen in kleinen Behältern vergoren, bevor sie mit einer Korbpresse langsam und schonend abgepresst wird. Der Drachenstein erinnert an Süßholz, Salmiak und ätherisches Gewürz und kann seinen Ausbau in neuen französischen Fässern bester Provenienzen nicht leugnen. Muss er auch nicht, denn dahinter lässt sich ein kompakter, kühler Kern erkennen. Das ist exzellenter Stoff, der noch einige Jahre vertragen kann, bis er zu vollkommener Delikatesse herangereift ist.

Natürlich lässt sich dieser Pinot bereits mit Genuss trinken. Doch Geduld zahlt er mit Delikatesse zurück
Aus Effilee #47, Winter 2018/2019
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