Restaurantkritik: Zeik in Hamburg, Deuschland

  • Autor: Hinrich Sudeck

Das alte Zeik in den Grindelhochhäusern, von Henkel zusammen mit W. Henssler geführt, war ein Restaurant, das für Konzept, Design und Küche unter gastronomischen Denkmalschutz gehört hätte. Die Schließung war ein Schlag für alle, die in Hamburg in legerem Stil vielfältig und modern essen wollten. Henkels Begeisterung für damals kaum erhältliches Wagyu-Beef klingt mir noch immer in den Ohren. Am Herd stand manchmal ein blasser Junge, heute Fernsehkoch, der hat da viel gelernt. Jetzt gibt’s ein neues Zeik und viele der alten Stammgäste sind zurückgekehrt zu einem Koch, der Gerichte auf die Karte brachte, die man entweder von der Oma kannte (Kohlroulade) oder noch nie gegessen hatte. Heute sind Rote-Bete-Carpaccio, ein japanischer Vorspeisenteller oder -Gemüsetempura moderne Klassiker, -denen man in seinem neuen Restaurant gerne wiederbegegnet. Henkel pflegt diese wie auch die feine bürgerliche Küche mit Kabeljau, Frikadellen, Blutwurst oder Sauerbraten weiterhin, aber auch kreative Klassik: Hummer mit einer Schaumsauce auf Basis von grünen Oliven, sein Kopfsalat mit gebratenen Gambas und Bottarga oder, zu Zeiten des Petit Delice, noch existente Angulas (Aalbrut) in Olivenöl gebraten, bleiben unvergessliche Gerichte eines Kochs, über dessen Rückkehr man sich nur freuen kann. Auch wenn vieles, was damals toll und neu war, im Über-angebot der heutigen Fusion-Bistroküche alltäglich geworden ist, findet man diesen Mix in dieser Qualität und einen Mann mit so viel Spaß an seinen Produkten und Gerichten nur sehr selten.

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Zeik: Axel Henkel ist zurück – Hamburg isst besser

Zeik


Hamburg
Sierichstraße 112
Deuschland
www.zeik.de

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