Restaurantkritik: Yoshi by Nagaya in Düsseldorf,

Nicht nur im Dunstkreis der japanischen Gemeinde in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt fehlte bisher ein Restaurant, das sich der klassischen Nippon-Küche annimmt. Die Orientierung am Kaiseki-Stil tritt gleich beim traditionell leichten und eleganten Start mit zartem Sesam-Tofu und dem kühlen und klaren Geschmacksbild bei Schneekrabbe, japanischer Chrysantheme, Tosa-Essig-Gelee, mariniertem Spinat, Sojamilchhaut (Yuba) zutage. Nagayas klassisches Sashimi und Sushi überzeugen mit perfektem Schmelz, fabelhaftem Fisch auf ganzer Linie. Da steht die traumhafte, eigens verfeinerte Sojasauce beinahe überflüssig daneben. Die reduziert-elegante Optik des Gastraums, die an Tokioter Edel-Sushibars erinnert, trägt zur Authentizität bei. Ebenso der hinter der Theke neben dem Namensgeber stehende, stilecht mit Hemd und Krawatte unter der Kochjacke bekleidete Sushi-Meister. Ob beim ungewöhnlichen Geschmack eines Eierknödels in einem Dashi mit Blumenkohl oder beim herzhaft-süßen Umami-Schmackes des mit Koji marinierten und mit Röstaromen finalisierten Seehechts, isst das Auge gewollt mit. Denn für den Gesamtgenuss beim Kaiseki sind schönes Porzellan und dekorative Elemente (Blätter aus Japan, kunstvoll geschnitztes Gemüse) unerlässlich. Zum Ablauf gehört auch eine Steigerung der Intensität, die ihren Höhepunkt beim grandiosen Rubia-Gallega-Filet mit Pilzen und Ginkgo erreicht. In dem Purismus dieser Produktküche ist der süße Abschluss aus Matcha-Eis und Matcha-Schoko-Erde vielleicht die einzige Konzession an den Westen.

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Yoshi by Nagaya: Wem Japan zu weit ist, sollte zumindest nach Düsseldorf pilgern

Yoshi by Nagaya


Düsseldorf
Kreuzstraße 17
www.nagaya.de

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