The Table

Vijay Sapre im April 2017: Gefällig, farbenfroh und i­mmens vielschichtig

 

Es ist dieser Kanye-West-Effekt: Einerseits kommt man aus dem Kopfschütteln kaum raus, sei es der etwas gestrig anmutende Einsatz von Texturgebern, sei es das Abfeiern des Tischkonzepts als originäre Neuerung, als ob es den Chef‘s Table at Brooklyn Fair nie gegeben hätte, sei es auch die Beschallung, vom Chef persönlich ausgesucht, wo doch Musik im Restaurant ungefähr so passend ist wie ein mobiler Bratwurstverkäufer in der Oper. Andererseits kommt dann der erste Teller auf den lang gezogenen Tisch und man ist hin und weg angesichts der Lässigkeit, mit der hier hochkomplexe kulinarische Zusammenhänge dargeboten werden. Es gibt Gerichte mit immens vielen Elementen (man denke an Tim Mälzers Verzweiflung beim Nachkochen für Kitchen Impossible), aber selbst die sind niemals streberhaft, sondern immer ganz natürlich, locker, süffig und elegant.

Es ist eigentlich nie ein einzelnes Produkt, das im Zentrum steht, auch nicht wirklich die innovative Kombination, sondern ähnlich wie bei Kanyes besseren Alben eine (aromatische) Farbenfreude und Dichte, die für Zugänglichkeit sorgt und die Vielschichtigkeit der Kompositionen erst auf den zweiten Löffel offenbart.

Fehling hat sich, auch wenn er bald 40 wird, den Wunderkindstatus erhalten, scheint immer noch auf jedem Teller seinen Spieltrieb auszuleben und schafft es, dem geübten wie dem ungeübten Esser gleichermaßen immer wieder ein Lächeln zu entlocken. Weitermachen!

Gefällig, farbenfroh und i­mmens vielschichtig
The Table
Shanghaiallee 15
20457 Hamburg
Deutschland
www.thetable-hamburg.de
Aus Effilee #40, Frühjahr 2017
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