Restaurantkritik: Schwein in 10115 Berlin, Deutschland

  • Autor: Stefan Chmielewski

Der in der Vegan-Hauptstadt mutig gewählte Name Schwein beinhaltet das Wort Wein und steht für Glück. Glück hatten die Betreiber mit dem talentierten Küchenchef Christopher Kümper, einem mit beeindruckender internationaler Erfahrung aus New York (Daniel Boulud) und Singapur (André Chiang) ausgestatteten Rückkehrer in die deutsche Heimat. Trotz Spielereien wie Fischstäbchen als Kleinigkeit zum Wein, geht es kulinarisch ansprechend und unkompliziert zu. Die übersichtliche Karte trägt zur Präzision bei. Die Vorspeisen beginnen bei einem Klassiker, einem punktgenau abgeschmeckten Rindertatar mit Gewürzgurke und Sauerkraut, und setzen sich fort mit dem urdeutschen Festtagsklassiker Gans und Rotkohl, asiatisch interpretiert als Dumpling im Dashi (mit etwas zu dickem Teig). Hier wird regional gekocht, allerdings ohne Lokalkolorit-Bohei, das fällt spätestens bei dem hervorragenden Schweinefleisch vom Potsdamer Sauenhain auf, das von knackig-säuerlichem Spaghettikürbis überraschend süffig und leicht begleitet wird. Klassischer, aber nicht weniger gut, geht es bei der Taubenbrust mit Wurzel und Spitzkohl zu. Wer die Weinkarte schon durchprobiert hat, kann sich der umfangreichen Gin-Auswahl oder den Cocktailkreationen widmen, denn schließlich sind die beiden Bars nicht nur aus optischen Gründen da. Oder doch lieber gesundes Müsli zum Dessert gegen aufkeimende Gewissensbisse? Neben dem cremigen Topfen beruhigen die üppig in Rum gebadeten Früchte die Nerven auf jeden Fall.

4

Schwein: Sehr gutes Zwitterkonzept mit kulinarischem Anspruch, das man gerne in der Nachbarschaft hätte

Schwein


10115 Berlin
Elisabethkirchstraße 2
Deutschland
www.schwein.online

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.