Pak Choi

Kai Mihm im März 2017: In China isst man hoffentlich besser

 

»Chinesischer kann man in Frankfurt nicht essen!«, heißt es über das Pak Choi, das sich im hippen Teil des heruntergekommenen Bahnhofsviertels befindet. Die Konkurrenz ist in dieser Gegend erheblich, aber im Pak Choi sitzen fast nur Chinesen – ein gutes Zeichen? Die Stimmung ist lebendig, die bebilderte Karte enorm preisgünstig und unglaublich umfangreich, wobei die üblichen Verdächtigen (Huhn süß-sauer, Schwein süß-sauer, Ente süß-sauer …) zum Glück gänzlich fehlen. Fangen wir also mit einem Klassiker an: Schweinebauch mit Sojasauce und schwarzen Bohnen. Das Fleisch kommt in sehr großen Würfeln und ist leider kein bisschen knusprig; die Bohnen geben eine schöne Würze, aber die stark eingedickte Sauce macht das Ganze klebrig, süß-salzig und schwer. Ähnlich plump die gerösteten, etwas arg festen Entenzungen, die außer gewaltiger Schärfe nicht viel Geschmack hergeben. Der Gurkensalat mit kross frittierten Brotwürfeln ist zwar ebenfalls mundfüllend grob gewürfelt, aber mit einer schönen, leichten Erdnussvinaigrette angemacht. Richtig gut wird es bei Huhn mit Ingwer, Knoblauch und Lauch: Das entbeinte Keulenfleisch ist kross angeröstet, saftig und zart; Ingwer, Knoblauch und Lauch bilden eine angenehme Würzmischung zwischen Frische, Schärfe und leichter Süße. So hatten wir uns das vorgestellt. Letztlich aber muss man einen authentischen Chinesen als Entsprechung zu deutschen Wirtshäusern sehen: gut für einen ersten Eindruck, aber kaum ein Maßstab für die Landesküche.

In China isst man hoffentlich besser
Pak Choi
Elbestraße 12
Frankfurt
Deutschland
www.restaurant-ding.de
Aus Effilee #40, Frühjahr 2017
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