Noma

Vijay Sapre im April 2017: Auf die Wiedereröffnung darf man gespannt sein

 

Man kann über das Noma nicht sprechen und dabei über die 50 Best-Liste schweigen. Schließlich haben René Redzepi und sein Team die Liste jahrelang dominiert und jeder erwartet, dass sie das auch wieder tun werden, wenn sie im Herbst an neuem Ort wieder eröffnen. So stellt sich vermutlich jedem Besucher die Frage, ob das denn nun wirklich das beste Restaurant der Welt ist, und wenn ja, warum.

Abgesehen davon, dass das natürlich ein komplett idiotischer Titel ist, sage ich mal Ja. Diese Kombination von unfassbarer Perfektion und Konzentration auf dem Teller mit äußerst präzisem aber stets komplett natürlichem Service, von lässiger Selbstverständlichkeit, wenn es um Unterstützung beim Aufnehmen der obligatorischen Selfies geht und detaillierter kompetenter Beschreibung von Zutaten und Kochtechniken beim Servieren, das macht Gastronomie zu einem unvergesslichen Erlebnis. Zum Lunch wurden insgesamt 16 Gänge serviert, von einem ausgehöhlten Apfel, der mit Apfelperlen gefüllt war (die in Apfelsaft mariniert wurden) über ein atemberaubendes Tartelett mit mariniertem Rettich (Bild), Seeigel im Kohlblatt, Langustine mit Kresse, Auster unter Brokkolistielen, Kürbis und Königs­krabbe bis zu einem vegetarischen Hauptgang aus geschmorten Pilzen mit Seetang und Kohlblättern. Herausragend die Späne von gefrorener Kabeljauleber auf einem crispen, säuerlichen Chip aus Beeren. Komplett natürlich, aber doch so noch nie erlebt und gegessen. Wohlfühlküche für Körper und Geist. Und allen Nachahmern immer noch meilenweit voraus.

Auf die Wiedereröffnung darf man gespannt sein
Noma
Strandgade 93
1401 København K
Dänemark
www.noma.dk
Aus Effilee #40, Frühjahr 2017
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