Restaurantkritik: Maître im Landhaus Kuckuck in Köln

Erhard Schäfer hat zehn Jahre klassische Stationen in Berlin und 20 Jahre in ebenso klassischen Restaurants in Köln hinter sich. So überrascht es nicht, dass man sich schon beim Betreten des Landhauses Kuckuck auf einer Zeitreise in die 80er-Jahre wähnt. Der Eindruck wird nicht nur durch die altbackene Optik und das Publikum gefestigt, sondern setzt […]

 
Foto: PR
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Landhaus Kuckuck, Olympiaweg, 2 50933 Köln

Erhard Schäfer hat zehn Jahre klassische Stationen in Berlin und 20 Jahre in ebenso klassischen Restaurants in Köln hinter sich. So überrascht es nicht, dass man sich schon beim Betreten des Landhauses Kuckuck auf einer Zeitreise in die 80er-Jahre wähnt. Der Eindruck wird nicht nur durch die altbackene Optik und das Publikum gefestigt, sondern setzt sich nahtlos fort im leicht verstaubten Service und Ambiente des kleinen Gourmet­restaurants. Eine sich ständig verbeugende Bedienung, die dabei das Kantinenbesteck beliebig drapiert – das ist schon wieder amüsant.

Statt Froschschenkeln oder Blutente gab es eine Variation von der Ente, die aber eher geschmacksneutrale Buffet­qualität hatte. Ein Sauté von Jakobs­muscheln mit Speckschaum, Aal, Birnen und dicken Bohnen klang da schon verlockender, konnte aber aufgrund der eher schlichten Muschel und der fehlenden Balance der Aromen nicht sehr überzeugen. Auch das Badische Kalbsfiletmedaillon mit gebratenem Herzbries, Sauce rouennaise und Frühlingsgrüßen war so schlicht und klassisch wie es klang. Zumindest war der Wilde Glattbutt in Rotweinschalottenbutter mit Camem­berti-Schinkenrisotto von Produkt und Garung her tadellos, wenn man das Risotto in Kantinenqualität außer Acht lässt. Glücklicherweise ermöglichte die Patisserie mit einer Karamellisierten ­Tarte und Terrine von der Valrhona-Schokolade mit Blutorangeneis zumindest einen halbwegs versöhnlichen Ausklang.

Wer Louis de Funès mag, ist im Landhaus Kuckuck genau richtig. In ­diesem Sinne passen Ambiente, Service und Küche hier perfekt zueinander.

www.landhaus-kuckuck.de

Text: Max Vanderveer

www.highendfood.org
aus Effilee #18 September/Oktober 2011

Aus Effilee #18, Sep/Okt 2011
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