Restaurantkritik: Hohenhaus, Holzhausen, Deutschland


Chefkoch: Ingo Bockler
Mehr Wälder und mehr Grün besitzt wahrscheinlich kein anderes Hotel in Deutschland, alles unverbaut und unverbaubar. Chefkoch Ingo Bockler regiert die Hohen-haus-Küche bereits seit über zehn Jahren. Er kultiviert einen an französischer Haute Cuisine orientierten Kochstil, fixiert auf Produktqualität und stets auf der Suche nach innovativen Rezepter-findun-gen. Dabei hütet er sich vor aufgebrezelten Tellern mit Saucenmalereien und komplizierten Turm-konstruktionen.
Seine Devise heißt Lieber etwas -weglassen, und gern zitiert der belesene Chef Leonardo da Vinci: »Die Einfach-heit ist die höchste Form der -Raffinesse.« Bockler lässt drei Menüs servieren, dar-unter ein vegetarisches und ein bis zu siebengängiges Feinschmeckermenü (zu erstaunlich gastfreundlichen Preisen). Bockler ist ein passionierter Handwerker, seine Garpunkte sind präzise, ob beim zarten Seeteufel oder dem saftigen rosa Wildbret, das aus eigener Jagd ungewöhnlich frisch aus dem Wald in seine Pfanne kommt. Ein milder Wildlachs gewinnt mit Gurkenrelish und Wasabi-Eis ungewöhnlich frische Aromaspitzen. Seine Garnelen in zweierlei Version (als Tatar und gebraten) lässt er mit einem Schafsjoghurteis von durchaus kräftigem Eigengeschmack servieren.
Er selbst sieht sich eher auf der einfachen Seite, doch er macht es sich nicht einfach, weder beim Aufspüren neuer interessanter Biohöfe noch bei der Entwicklung neuer Rezepte. Wein–kar-te und Service halten das erfreuliche Niveau.

4

ufs schönste ländlich, doch einfach raffiniert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.