Heimatjuwel

Hinrich Sudeck im März 2017: Nicht nur regional und saisonal, sondern auch delikat, locker und sympathisch

 

Der verquaste Name und die Philosophie dieses kleinen Restaurants – casual fine dining mit regionalen Produkten – vom Einfachen das Gute – machen deutlich, um was es geht: Lieferanten und Produzenten der Produkte werden auf der Karte genannt, was einem aber nicht so recht hilft, wenn man als Quelle für Rote Bete Olaf Schnelle liest. Interessanter ist der Werdegang von Görke, der Stationen im Chezann, Buddenbrooks und als Sous-Chef auf dem Süllberg aufzuweisen hat. Aus den etwa zehn Positionen der Karte kann man sich für 37 bis 67 Euro ein drei- bis sechsgängiges Menü zusammenstellen. Bei unserem letzten Besuch gab es klare Zwiebelsuppe mit geräuchertem Wachtelei, Petersilie und Tatar, confierten Lachs mit Radieschen und Koriander (der Zuchtfisch sehr gut von den Müritzfischern) oder Topinambur­texturen mit Birne und Bachkresse (relativ süß). Im Salzteig gegarte rote Bete mit Maronen und Gänseleber hätte auch als Haupt­gericht fungieren können. Das war entweder Ente, Hagebutte, ­Steckrübe als schön norddeutsches Gericht oder der ­leider unterschätzte und selten angebotene Barsch (wahrscheinlich weil die Schupperei so eine Sauarbeit ist) mit Linsen, Rosenkohl und einem rauchig aromatischen Dashi-Krustentierfond: Der Fisch auf den Punkt, die ­Gemüse wie immer hier knackig. Grießbrei oder Friesisch Blue passten danach gut. Nord­deutsche Biere und einige, mit Überlegung ausgesuchte deutsche Weine, Filter­kaffee und freundlicher, gelassener Service mit Humor runden das Ganze ab.

Nicht nur regional und saisonal, sondern auch delikat, locker und sympathisch
Heimatjuwel
Stellinger Weg 47
20255 Hamburg
Deutschland
www.heimatjuwel.de
Aus Effilee #40, Frühjahr 2017
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