Restaurantkritik: Etablissement 1880 in Groede, Niederlande

  • Autor: Stefan Chmielewski

Was passiert, wenn ein kulinarisches Pärchen ein Restaurant eröffnet? In den meisten Fällen steht er in der Küche und sie hält ihm im Service den Rücken frei. Umgekehrte Verhältnisse herrschen bei Mariëlla und Danny Jongman vor. Beide sind zwar Autodidakten, führen das Etablissement 1880 aber schon seit einigen Jahren erfolgreich. Fisch oder Fleisch: Mehr Wahlmöglichkeiten gibt es neben einem optionalen Käsegang beim festen Viergang-Menü nicht. Das Vorspiel fällt äußerst ansprechend und schmackhaft aus. Die Loempia mit Black Tiger-Garnele und Curry-Mayonnaise widmet sich knusprig-fein der niederländischen Frittierkunst. Noch besser gerät der Räucheraal mit Grilltomate, weil der spezifische Geschmack des aromatisierten Fettfisches hervorragend mit dem Aroma der saftig-süßen Tomate harmoniert. Kalbstatar, Kartoffelsalat, Pickles-Espuma, Zwiebel und Gänseleber schaltet in Sachen Intensität wieder einen Gang zurück, bleibt aber aromatisch präzise. Direkt danach liefern leider Wachtel-Cannelloni mit Sellerievariation und gepufftem Reis lediglich einen weichen, undifferenzierten Wohlgeschmack. Mit Glattbutt, Kürbis-Risotto und Fischfumet und US-Black Angus-Entrecôte, Artischocke und Süßkartoffel folgen souveräne, unaufgeregte Hauptgerichte. Zum Abschluss folgt die Versöhnung auf dem Fuße: Cheesecake, Blaubeeren, Buttermilch-Eis und Pistazie. Bei den gastfreundlichen Preisen ist es kein Wunder, dass das Restaurant bis auf den letzten Platz voll besetzt ist. Zwei geschmackvoll eingerichtete Suiten laden zum Übernachten ein.

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Etablissement 1880: Als Gesamtpaket funktioniert das Etablissement wunderbar

Etablissement 1880


Groede
Markt 9
Niederlande
www.etablissement1880.nl

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